Bedrohlichkeiten, Gewalt und Tod - unter den deutschen Romanciers, Erzählern und Essayisten seiner Generation ist keiner den Bürgerkriegs- und Katastrophenorten dieser Welt so nahe gekommen wie Hans Christoph Buch. Neben der Karibik sind es immer wieder der Kontinent Afrika, das Fortwirken kolonialer Vergangenheiten und die ethnischen Säuberungen und Massaker, die die erzählerisch-politischen Berichte von Hans Christoph Buch motivieren. Von den Albträumen legen seine Reportagen Zeugnis ab, ohne auf die bundesrepublikanischen Befindlichkeiten schön-rednerische Rücksicht zu nehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.07.2011
Christoph Ludszuweit begrüßt Hans Christoph Buchs Romanessay über Afrika, der nun in der "Anderen Bibliothek" in gewohnt schöner Aufmachung erschienen ist. Er würdigt den Autor als einen "literarischen Reporter" und herausragenden Kenner Afrikas und der Auswirkungen der kolonialen Vergangenheit des Kontinents. Er hebt besonders Buchs Kritik an der Doppelzüngigkeit der Politik und Diplomatie, aber auch an der Entwicklungshilfe und der Medienberichterstattung über Afrika. Das Werk zeichnet sich für ihn nicht zuletzt durch seine "gesunde Skepsis" aus, die aber ohne den in der Afrika-Berichterstattung typischen düsteren Ton auskommt. Aber seltsam: Ludszuweit erzählt, dass Buch auch über die südafrikanische Khoi-Frau Sarah Baartmann schreibt, die Anfang des 19. Jahrhunderts als Attraktion durch Europa geschleift wurde. Der Rezensent nennt sie nur "Hottentotten-Venus", auch unter dem groß abgedruckten Schmähbild wird sie so bezeichnet. Warum? Seit wann ersetzen Anführungszeichen das eigene Nachdenken? Gibt auch Buch ihr keinen Namen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2011
Jan Röhnert sieht nicht zuletzt in Hans Christoph Buchs Romanessay auf den Spuren afrikanischer Verhängnisse ein weiteres Werk von Deutschlands wichtigstem "Vertreter und Fürsprecher" einer "postkolonialen" Perspektive auf Afrika. Sein jüngstes Werk mit Berichten von Afrikareisen, kritische Reflexionen über den Reiz von Kriegsberichten und historischen Exkurse zum Schiffbruch der Medusa von 1816 ist genauso eine Besichtigung der "Kollateralschäden der Zivilisation" wie ein Abstieg in die "Abgründe des eigenen Ich", meint der Rezensent fasziniert. "Collage", "Travestie" und "Karikatur" sind für Buch die poetischen Mittel, sich seinem Gegenstand zu nähern und der Rezensent muss zugeben, dass es eine nicht gerade vergnügliche, aber sehr beeindruckende Lektüre darstellt.
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