Klappentext
Sechs CDs mit einer Laufzeit von 450 Minuten. Gelesen von Charly Hübner. Dem 14-jährigen Krabat erscheinen in einer Winternacht elf Raben in seinen Träumen. Er kann ihrem Ruf nicht widerstehen und macht sich auf den Weg zur gefürchteten Mühle am Koselbruch. Dort angekommen verspricht ihm der unheimliche Müllermeister ein leichtes und schönes Leben - zu einem hohen Preis. Doch wie kann die Verstrickung mit dem Bösen beendet werden, wie der Meister besiegt werden? Nur eines hat diese Macht: Die bedingungslose Liebe eines Mädchens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2025
Vollständig überzeugt ist Rezensent Tilman Spreckelsen nicht von Charly Hübners Lesung des Jugendbuchklassikers "Krabat" von Otfried Preußler: Krabats Weg in die schwarze Mühle unter der Knute des schwarz-magischen Müllermeisters werde vom Sprecher grundsätzlich in ruhiger Modulation verlesen. Einzelnen Figuren wie dem "vermeintlichen Dummkopf" Juro verleihe er eine spezielle Stimme, die für Spreckelsen bisweilen parodistisch klingt, auch lautes Atmen und unnötige Theatralik hätten für ihn nicht sein müssen. Grundsätzlich bringe Hübner das Dunkle der Handlung mit ihrer aussichtslos scheinenden Gefangenschaft in finsteren Mächten aber angemessen zur Darstellung, der Kritiker kann nachvollziehen, dass der Roman beliebte Schullektüre ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2024
Viel wurde schon über und mit Otfried Preußlers Klassiker für Jugendliche gesagt und geschrieben. Rezensent Florian Welle muss also nicht mehr auf die Geschichte selbst, ihre Handlung und Bedeutung eingehen, sondern kann sich ganz auf das konzentrieren, was kaum Beachtung gefunden hat in all den Bearbeitungen und Analysen und Interpretationen - bisher! Dank Charly Hübner ist nun auch diese Dimension der düsteren Geschichte um den jungen Müllersburschen und seine Kantorka erschlossen, und zwar "mustergültig", wie Welle findet. Es ist das Auditive. Der reine Gesang der Kantorka natürlich oder die krächzende Stimme, die dem jungen Krabat im Traum erklingt, das "Husch", mit dem der Müller seine Burschen als Raben auf die Stange schickt, usw.. Aber Hübner leistet mehr, als nur die Angebote anzunehmen, die der Text macht. Mit Bewunderung beschreibt Welle, wie der Schauspieler sich jede Figur aneignet, ihr einen ganz eigenen Charakter gibt und dabei auch Raum für Entwicklungen lässt - schließlich handelt es sich hier um einen Entwicklungsroman, den zu hören sich, der Begeisterung des Rezensenten nach zu urteilen, auch dann lohnt, wenn man die Geschichte schon zu kennen glaubt.