Der kürzeste dieser neuen Texte ist einen Satz lang, der längste dreißig
Seiten. Es sind Kalendergeschichten, Erzählungen, Erinnerungsskizzen
aus deutscher Vergangenheit, Begebenheiten aus dem Leben von Dichtern,
Denkern und Verbrechern, Kürzest-Essays, Phantasien, Anekdoten, Berichte
und Beobachtungen. Und auch einmal ein Fundstück wie dieses, in einem
Buchantiquariat: "Balzac, 'Das Chagrinleder', mit Deckelsignet und
Kopfgoldschnitt. Auf dem Vorsatzblatt die Widmung: 'Lies dies, Bestie,
oder stirb! Alfred.' 120 Euro."
Frank Schäfer entdeckt etwas zutiefst Menschenfreundliches in Otto Jägersbergs hier versammelten Texten. Die Feuilletons, Anekdoten, Skizzen, Short Short Stories, Porträts, Kalendergeschichten und Kurznovellen rühren ihn gerade in ihrer Ungerührtheit. Nichts wird verlacht, nichts überhöht, nichts ist angestrengt, versichert, Schäfer. Vor allem der Witz nicht. Der nämlich kommt beim stilbewussten Ruhrgebietsliteraten Jägersberg sehr beiläufig und unspektakulär, doch nicht weniger wirkungsvoll um die Ecke, meint Schäfer. Das Komische steckt im Dargestellten und in der Sprache, findet er.
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