Kurz nach seinen größten Triumphen auf der Bühne erlebte Dürrenmatt seine tiefste private wie künstlerische Krise. Er fühlte sich von seinem Publikum, das ihn bisher auf Händen getragen hatte, nicht mehr verstanden und versuchte, sich zumindest selbst zu verstehen. Daraus entstand das 'Stoffe-Projekt' - sein großes Spätwerk. Darin verwebt er autobiographische mit philosophischen und fiktionalen Texten und Textfragmenten zu einer ganz eigenen Prosaform.
Für Rezensentin Gisa Funck besteht der Reiz von Friedrich Dürrenmatts jetzt neu und textgenetisch herausgebrachtem autobiografischen Mammut-Projekt darin, dass es scheitert. Wie der Autor seine Lebens- und Werkchronik als Mix aus autobiografisch-reflexiven und Fantasiegeschichten konstruiert, scheint Funck überwältigend wie berückend, weil Dürrenmatt zwar nicht unbedingt dem Geheimnis seines Schreibens auf die Schliche kommt, dem Leser dafür aber eine durchaus charmante Spiegelei aus Selbstreflexion und Erzählkunst hinterlassen hat, wie sie findet. Größenwahnsinnig ist das selbstverständlich auch, so Funck.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…