Aus dem Italienischen von Roland Pauler. Theodora (497-548 n.Chr.) kam aus dem Zirkusmilieu und führte in ihren Jugendjahren als Schauspielerin und Tänzerin ein lockeres Leben, bis ihr der märchenhafte Aufstieg zur Kaiserin gelang. An der Seite Kaiser Justinians I. regierte die intelligente und schöne Frau das Byzantinische Reich. Ihr Jahrhundert ist geprägt von Krisen und Wirren, Germaneneinfällen und blutigen Aufständen. Gegen zahlreiche Feinde startet das Herrscherpaar den letzten Versuch, das römisch-byzantinische Kaisertum inseiner alten Machtfülle wiederherzustellen und eine neue Weltordnung zu begründen. Paolo Cesaretti zeichnet das Bild einer faszinierenden und erfolgreichen Herrscherin mit all ihren Licht- und Schattenseiten und porträtiert anschaulich eine dramatische Geschichtsepoche.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2004
Theodora, oströmische Kaiserin, war eine der schillerndsten Herrscherinnen der Geschichte, und allerlei Schlechtes wurde ihr nachgesagt: Nymphomanin, Giftmischerin, mindestens aber femme fatale. Rezensent Hans-Albrecht Koch freut sich deshalb, dass Paolo Cesarettis neue Biografie das Bild Theodoras mit Sachverstand korrigiert, ohne es ins Gegenteil kippen zu lassen. Dabei musste er sich vor allem mit dem Historiker Prokop von Caesarea auseinandersetzen, der als Zeitgenosse der Kaiserin ihren Ruf für die Nachwelt prägte und dabei vor fiesem Klatsch nicht zurückschreckte, wenn er nur zeigen konnte, dass die Ex-Dirne eine lasterhafte Intrigantin war. Cesaretti konnte offenbar einiges für den Ruf der Dame tun: Er erweist sich als "so einfühlsamer wie kritischer Biograf" und stellt Theodora als gleichberechtigte Herrscherin - keine Heilige, kein Hure - neben ihren Gatten Justinian, lobt der Rezensent.
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