Glen W. Bowersock

Die Wiege des Islam

Mohammed, der Koran und die antiken Kulturen
Cover: Die Wiege des Islam
C.H. Beck Verlag, München 2019
ISBN 9783406734014
Gebunden, 160 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Rita Seuß. Mit 2 Karten und 5 Abbildungen. Der Althistoriker Glen Bowersock verabschiedet das Bild von kriegerischen Muslimen aus der arabischen Wüste, die die Alte Welt erstürmen. Er zeigt, wie sehr Arabien längst Teil der antiken Welt war, und zeichnet in Nahaufnahmen ein erfrischend anderes Bild von der Geburt des Islams.
Das antike Arabien war zwischen Christen, Juden und Polytheisten hart umkämpft,und die drei Großmächte Äthiopien, Byzanz und Persien machten sich diese Rivalität zunutze. So unterstützte der byzantinische Kaiser wahrscheinlich Mohammeds Hidschra von Mekka nach Medina, wo die Muslime die perserfreundlichen Juden in Schach halten sollten. Als die Muslime 648 nach Jerusalem kamen, wurden ihnen die Tore kampflos geöffnet, damit sie die christliche Hegemonie über die Stadt gegen Juden und Perser verteidigen. Doch warum sah Byzanz die Muslime auf seiner Seite? In einem Kapitel kommen wir dem Propheten Musaylimaganz nahe, einem der vielen Konkurrenten Mohammeds. Warum setzte sich Letzterer durch? Und welche religiösen Folgen hatte die Flucht von Gefährten Mohammeds ins christliche Äthiopien, die "erste Hidschra"?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2019

Rezensent Wolfgang Günter Lerch lässt sich vom amerikanischen Althistoriker Glen W. Bowersock in die turbulente Zeit des vorislamischen Arabiens entführen. Kulturlos war dieser Teil der Welt auf keinen Fall, lernt er. Das Chaos, aus dem heraus der Islam sich entwickelte, steht Lerch beim Lesen ebenso vor Augen wie die Einbettung des damaligen Arabiens in die antike (religiöse) Welt: Alle Religionen der antiken Welt gab es auch in Arabien. Und Mohammed war nur einer unter einer Vielzahl arabischer "Propheten". Nach seinem Tod regierten muslimische Herrscher noch lange "multireligiöse" Völker, so Lerch. So schmal der Band ist, so dicht ist er laut Rezensent. Ganz ohne Anmerkungen vermag ihm der Autor Bekanntes in großer Konzentration aussagekräftig zu vermitteln.
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