Patricia Görg

Glas

Eine Kunst
Cover: Glas
Die Andere Bibliothek, Berlin 2013
ISBN 9783847730026
Gebunden, 213 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Johann Kunckel ist ein Alchemist des 17. Jahrhunderts. Anders als viele seiner zeitgenössischen Kollegen, die zwischen Scharlatanerie und Naturforschung schwanken, widmet er sich nicht dem Goldmachen, sondern sein Auftrag, in Diensten des brandenburgischen Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, lautet: Mache Kristallglas. In Kunckels Geheimlaboratorium auf der heutigen Pfaueninsel vor Potsdam, ein Ort zwischen Magie und Handwerk, an dem nicht nur Glas entsteht, flüchtet Friedrich Wilhelm oft aus der höfischen Umgebung, um mit ihm zusammen zu experimentieren. Die Alchemisteninsel ist wie eine Außenstelle der fürstlichen Wunderkammern. Aber auch Kurfürstin Dorothea hat Wünsche: Goldrubinglas, eine mystisch verehrte Preziose, will sie auf ihrem Nachttisch haben. Mit dem Tod von Friedrich Wilhelm 1688 geht die Existenz des Künstlers und Forschers Johann Kunckel buchstäblich in Flammen auf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2013

Außergewöhnlich findet Jochen Schimmang, was Patricia Görg hier vorlegt. Eine Künstlernovelle im klassischen Stil um den Alchemisten und Glasmacher Johannes Kunckel und seinen Gönner Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Dass die Autorin mit ihrem Blick auf Geschichte als einer Form der Inszenierung so gekonnt den laut Schimmang vorherrschenden Neonaturalismus links liegen lässt und mit diesem den Absolutismus einfangenden Text ein singuläres Lehrstück zum Thema Kunst und Macht präsentiert, scheint ihm jede Empfehlung wert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.10.2013

Hingerissen zeigt sich Rezensent Jens Bisky von Patricia Görgs Erzählung über Johannes Kunckel. Der Autorin gelingt es zu seiner Freude, die Welt des Alchemisten und Glasmachers, dem der brandenburgische Kurfürst die Pfaueninsel für seine Arbeit übereignete, vor den Augen des Leser lebendig werden zu lassen. Mit viel Lob bedenkt Bisky die Prosa Görgs: souverän komponiert, reich an Bildern und Metaphern, aber nie dem "exotischen Reiz des Historischen" erliegend. Wie ein "künstliches Paradies" erscheint Bisky die Pfaueninsel in dieser Erzählung, ein Paradies, das auch die Vergänglichkeit kennt. Das Fazit des Rezensenten: "Berückend schön"

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