In Zeiten der Angst und der Unsicherheit verlangt "Volkes Stimme" nach kurzem Prozess und härteren Strafen. Tatsächlich aber, so Strafrichter Patrick Burow, kann die Justiz ihren Beitrag zur inneren Sicherheit gar nicht mehr leisten. Freigesprochene Mörder, lasche Strafen und verschleppte Prozesse sind Indizien einer Krise des Rechtsstaats. Die Justiz steht im Zentrum aktueller gesellschaftlicher Debatten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2018
Martin Hagenmaier wird ganz anders zumute beim Lesen von Patrick Burows Einschätzungen über den Kollaps des Rechtsstaats durch überforderte Richter und ein hanebüchenes Personalbedarfsberechnungssystem, das die Justiz auf Effizienz trimmen soll. Dass es am Ende die Verkehrssünder immer besonders hart trifft, weil sie lukrativ sind, ein fahrlässiger Tötungsdelikt hingegen in 50 Minuten verhandelt werden muss, macht den Rezensenten bitter. Leider stellt der Autor laut Hagenmaier allzu pauschal die Defizite zusammen, kommentiert sie vor allem nach Maßgabe eines "gesunden Volksempfinden" und bietet keinerlei praktikable Lösungsvorschläge.
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