Paul Auster, Paul Karasik, Lorenzo Mattotti, David Mazzucchelli

New-York-Trilogie

Stadt aus Glas - Schlagschatten - Hinter verschlossenen Türen
Cover: New-York-Trilogie
Reprodukt Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783956404870
Gebunden, 400 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

1994 wurde Paul Austers "Stadt aus Glas" von Paul Karasik und David Mazzucchelli als Comic adaptiert und ist inzwischen zum Klassiker avanciert. Nun sind auch die beiden anderen Romane aus Paul Austers gefeierter New-York-Trilogie grafisch umgesetzt:: "Schlagschatten" und "Hinter verschlossenen Türen". In drei Variationen klassischer Detektivgeschichten macht sich Paul Auster New York City zu eigen. Die Stadt wird zu einer seltsamen, fesselnden Landschaft, in der Identitäten verschmelzen oder verschwinden, Verfolgte zu Verfolgten werden und sich in ein Spiel mit den eigenen Erwartungen verstricken. Paul Karasik ist die treibende Kraft hinter allen drei Comicadaptionen und hatte die künstlerische Leitung inne. "Stadt aus Glas" wurde vom preisgekrönten Zeichner David Mazzucchelli illustriert, "Schlagschatten" von Lorenzo Mattotti, der unter anderem  als Coverzeichner für The New Yorker arbeitet, und "Hinter verschlossenen Türen" wurde von Paul Karasik selbst adaptiert und gezeichnet.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.02.2026

Rezensent Jan Drees steht Graphic Novel-Adaptionen prinzipiell kritisch gegenüber und sieht seine Skepsis auch in Paul Austers New York-Trilogie zumindest teilweise bestätigt. Der erste Band, der von dem Schriftsteller Daniel Quinn, plötzlich Detektiv wider Willen, handelt, ist Drees zufolge in der Bearbeitung von David Mazzucchelli hervorragend gelungen, die Schwarz-Weiß-Illustrationen gemahnen an die Crime-Noir-Ästhetik. Die beiden Folgebände sind für ihn jedoch enttäuschend: Die von Lorenzo Mattotti gezeichnete Geschichte um den Privatdetektiv Blue "ersäuft im Schattenbad" und wird "totinterpretiert", auch der finale, von Paul Karasik geschaffene Band um einen Schriftsteller, der das eigene Nachleben betrachtet, langweilt den Kritiker mit naturalistischen Bildern. Er empfiehlt, lieber nur den ersten Band in der Ausgabe mit dem Vorwort von Art Spiegelman zu kaufen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.01.2026

Ralph Trommler bespricht Graphic Novels, die von bekannten Autoren handeln: Gleich drei Zeichner haben sich Paul Austers doch recht düsterer New-York-Trilogie angenommen. Im ersten Band wird ein Krimiautor für einen Privatdetektiv mit Namen des Autors gehalten, erfahren wir, die Schwarz-Weiß-Zeichnungen von David Mazzucchelli und Paul Karasik haben soghafte Wirkung und bringen die Doppelbödigkeit von Austers Geschichte auch bildlich rüber. Für den zweiten Band um einen Privatdetektiv, der sich fast zu intensiv in einer Beschattung verstrickt, zeichnet Lorenzo Mattotti verantwortlich, für Trommler wird es hier noch dichter und unheimlicher, unterstützt durch Mattottis "meisterhafte", surreale Zeichnungen. Auch der dritte Teil von Paul Karasik weiß ihn zu überzeugen. Der Graphic Novel muss hier keinesfalls hinter dem Roman zurückstehen, befindet der Kritiker.

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