Aus dem Englischen von Sigrid Schmid und Reiner Pfleiderer. Nach zehn Jahren kehrt der 72-jährige Paul Theroux zurück in sein geliebtes Afrika - "das Königreich des Lichts" - und findet ein zerstörtes Paradies. Er will von Kapstadt aus durch Namibia und Angola nach Timbuktu reisen, doch mit jeder Meile nordwärts werden das Elend, die Korruption und seine Frustration über die Entwicklungen des 21. Jahrhunderts und die verheerenden Bemühungen der Hilfsorganisationen größer.
Trotz aller Schönheit, der er jenseits der Städte begegnet und von der er mit Liebe und Humor erzählt, bricht er seine Reise ab und macht sich desillusioniert auf den Weg zurück nach Südafrika. Sein Buch erzählt von einem Kontinent im Niedergang und einem empfindsamen Menschen, dessen Erschütterungen sich unmittelbar auf den Leser übertragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2017
Andreas Eckert fragt sich, wieso Paul Theroux überhaupt dieses Buch über Afrika geschrieben hat. Die Zweifel an seiner Reise von Kapstadt durch Namibia und Angola nach Timbuktu begleiten den Autor doch dauernd. Und wesentlich Neues kann der Autor abgesehen von seiner Enttäuschung über ein Afrika der Rapper, Folkloristen und Handy-Telefonierer laut Eckert auch nicht berichten. Das Gejammer des Autors über den Verlust von Würde, Tradition und Ursprung erscheint dem Rezensenten wohlfeil und gespickt mit Bitterkeit und Allgemeinplätzen. Nur manchmal gelingt Theroux eine treffende, ironische Bemerkung, findet er. Ansonsten scheint dem Autor ein Afrika ohne Menschen doch am besten zu gefallen, meint Eckert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.05.2017
Sabine Vogel sieht traurig zu, wie Paul Theroux in seinem Reisebericht alle Hoffnung auf ein erkenntnisreiches, inspiriertes Reisen in Afrika fahren lässt. Alle Erfahrungen, die der Autor früher einmal zwischen Kap und Mali machen durfte, sind unwiederholbar, lernt Vogel. Sogar die schöne Neugier des Autors auf das Leben anderer leidet in diesem Buch, wenn Theroux sich vor marodierenden Warlords, ideologisch aufgehetzten Halbstarken, Müll und himmelschreiender Armut und Ungerechtigkeit in Sicherheit bringen muss. Das langsame Reisen des "Barfußhistorikers", wie es früher einmal möglich war, gibt es nicht mehr, erkennt die Rezensentin.
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