Paul Widmer

Bundesrat Arthur Hoffmann

Aufstieg und Fall
Cover: Bundesrat Arthur Hoffmann
NZZ libro, Zürich 2017
ISBN 9783038102533
Gebunden, 380 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Vor 100 Jahren musste Bundesrat Arthur Hoffmann Knall auf Fall zurücktreten. Ein geheimes Telegramm, das er dem Sozialistenführer Robert Grimm nach Petersburg gesandt hatte, war an die Presse gelangt. Der Aufruhr in der Schweiz war riesig - es schien, als ob der mächtigste Mann im Bundesrat einen Separatfrieden zwischen den Revolutionären in Russland und dem Deutschen Reich herbeiführen wollte. Das verärgerte auch die Entente. Hoffmann, der in der Öffentlichkeit als Verfechter strikter Neutralität auftrat, verfolgte insgeheim eine andere Politik. Aus Sorge um die verzweifelte Wirtschaftslage in der Schweiz, aber auch aus persönlichen Ambitionen versuchte er, mit riskanten Aktionen den Frieden beschleunigt herbeizuführen. Er scheiterte. Nach dem Fall beteuerte er, sich keiner Schuld bewusst zu sein. Paul Widmer analysiert die Affäre gründlich und deckt auf, wie sich Hoffmann in die deutsche Kriegsstrategie einspannen liess.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2018

Philip Rosin empfiehlt Paul Widmers Biografie des Schweizer Bundesrats und Außenministers Arthur Hoffmann aufs Wärmste. Spannend wie ein Krimi liest sich das Buch laut Rezensent nicht zuletzt wegen der klandestinen Vermittlungsversuche Hoffmanns zwischen dem Deutschen Reich und Russland, die zum Sturz des Politikers führten. Die Sympathie des Autors für seinen Protagonisten ist für Rosin unter anderem in seinem Widerspruch gegen die Kritik zu erkennen, Hoffmann habe sich von deutschfreundlichen Gefühlen leiten lassen. Dass der Autor Hoffmann an anderer Stelle Naivität attestiert, geht laut Rezensent indessen nicht konform mit der Feststellung Widmers, Hoffmann sei außenpolitisch analytisch brillant gewesen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2017

Rezensent Marc Tribelhorn lernt in Paul Widmers politischer Biografie des gefallenen St. Galler Bundesrats Arthur Hoffmann einen Mann kennen, der eigentlich politisch weise und besonnen, doch der eigenen Hybris und der Versuchung der Macht erlag, indem er als sich als Geheimdiplomat im Ersten Weltkrieg inszenierte. Dieses gefährliche wie traurige Schauspiel deckt der Autor laut Tribelhorn erstmals ganz auf. Hoffmanns Aufstieg bis dahin kann der Historiker dem Rezensenten ebenfalls aufgrund eingehender Recherche detailliert, überzeugend und sprachlich elegant nachzeichnen. Dass Widmer Sympathien für seine Figur hat, entgeht Tribelhorn nicht.

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