WG statt Altersheim, zurück an die Uni, Sex im Alter: Die jetzt in Rente gehende Generation wird die Kultur des Alterns radikal verändern. Das Buch zeigt konkrete Lebensmodelle älterer Menschen in den nächsten Jahren - fundiert, geistreich, unterhaltsam und durchaus polemisch. Deutschland muss sich darauf einstellen, dass die künftigen Rentner-Generationen sich nicht in Seniorenheime und Schrebergärten zurückziehen, dass sie weder sparsam noch angepasst ihre letzten Lebensjahre verbringen. Vielmehr wird die zahlenmäßig starke, anspruchsvolle und protesterfahrene Gruppe der 68er sich noch einmal daran machen, einen ganzen Lebenszyklus umzugestalten. Es ist absehbar, dass sich die einstigen Rebellen der Wohlstandsgesellschaft auch dann noch an den Werten und Idealen ihrer Jugend orientieren werden, wenn sie im Ruhestand sind. Konkrete Beispiele zeigen, dass die Altersrevolution schon heute begonnen hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2007
Rezensent Johannes Klotz kann diesem Buch über die "Altersrevolution", die von der 68er-Generation ausgehen soll, nichts abgewinnen, und er glaubt, dass die Autoren damit nur einem Modetrend folgen. Zunächst einmal mutet es den Rezensenten seltsam an, dass die Autoren von Joschka Fischer bis Uschi Glas alle im passenden Alter gleichermaßen den 68ern zuschlagen. Dann gibt er zu bedenken, sie ließen dabei völlig außer Acht, dass die Alten von morgen nicht alle über die nötigen finanziellen Mittel verfügen werden, um sich eine freie Gestaltung ihres Lebensabends wirklich leisten zu können. Schließlich findet er es reichlich abwegig, dass hier eine ganze Generation ohne Differenzierung als "links" eingeschätzt wird.
Rezensentin Susanna Gaschke mochte dieses Buch über die Achtundsechziger-Generation und das Alter, hat es ihr doch die Einsicht beschert, nach "den vielen anderen Dingen" mache diese Generation nun auch das Alter nieder. Oder könne sich etwa jemand Joschka Fischer im beigen Blouson beim Verzehr eines Seniorentellers vorstellen? Aber so ganz froh ist die Rezensentin mit dem Buch dann doch nicht geworden, denn es fehlt darin aus ihrer Sicht an Entschlossenheit, was Thesen und Perspektiven betrifft. So offenbart ihr das Buch am Ende eher die Sehnsucht der nachfolgenden Generation (der die Autoren angehörten), selber doch auch so eine "generationelle Schlagkraft" wie die Achtundsechziger zu haben.
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