Peter Byrne erzählt die Lebensgeschichte von Hugh Everett III. (1930-1982), dessen Theorie der multiplen Universen die Physik und Philosophie entscheidend beeinflusst hat. Neben seiner berühmten Interpretation der Quantenmechanik verfasste Everett eine klassische Arbeit zur Spieltheorie, entwickelte wegweisende Computeralgorithmen und leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Diesem anschaulichen Porträt liegen bisher unveröffentlichte Schriften Everetts zugrunde sowie Interviews mit Freunden, Kollegen und Verwandten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2012
Interessiert hat Rezensent Günter Paul Peter Byrnes nun unter dem Titel "Viele Welten" erschienene Biografie des amerikanischen Physikers Hugh Everett III gelesen. Der Kritiker erfährt hier, dass Everetts einleuchtende "Viele-Welten-Interpretation" der Quantenmechanik deshalb erst spät gewürdigt wurde, da ihn sein Doktorvater John Archibald Wheeler trotz anfänglicher Begeisterung aus Verehrung für Niels Bohr zwang, seine Dissertation in einer wenig überzeugenden Kurzversion zu veröffentlichen. Zugleich erlebt der Rezensent Everett als ebenso geniale wie tragische Figur: Als Militärberater entwickelte er Verfahren zur Optimierung von Atomkriegen; privat ruinierte er sich nicht nur durch exzessives Trinken und Rauchen, sondern litt auch unter Depressionen. Auch im Hinblick auf die Schilderung historischer und wissenschaftlicher Hintergründe erscheint dem Kritiker diese Biografie als sehr lesenswert; leider muss er allerdings feststellen, dass der Verlag für eine Vielzahl von "Druckfehlern, Wortlücken und verstümmelten Sätzen" verantwortlich ist.
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