Kaum ein Lebewesen ist uns so lästig wie die Fliege; wo sie auftaucht, stört sie und legt dabei noch eine bemerkenswerte Penetranz an den Tag. Kein Wunder, dass sich seit der Antike gegen diese wehrlosen Insekten eine regelrechte Verdammungsliteratur etabliert hat, die am liebsten jeder Fliege etwas zuleide tun würde. In seiner Kulturgeschichte des scheinbar überflüssigen Insekts zeigt Peter Geimer seinen erstaunlichen Facettenreichtum, von der Faszination für seinen besonderen Sehapparat in Film-, Fernseh- und Fotografiegeschichte über seinen Auftritt in der Malerei bis hin zu seiner zentralen Rolle für die Erforschung der Gene. Angesichts dessen stellt sich die Frage, warum wir die Fliege dennoch mit solch einem Furor ablehnen, umso dringlicher. Ein Verdacht drängt sich auf: Möglicherweise neiden wir ihr ihre stoische Unbekümmertheit und ahnen insgeheim, dass wir ihr wohl gleichgültiger sind als sie uns.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2019
Der hier mit dem Kürzel "span" zeichnende Rezensent lernt die Fliege kennen und lieben mit dieser schmalen Monografie des Kunsthistorikers Peter Geimer. Von Auftritten der Fliege in Kunst, Film, Literatur und Wissenschaft liest der Kritiker hier ebenso wie von einer Fliegenvernichtungsindustrie oder Literaten und Wissenschaftlern, die sich ihrer Abneigung der Fliege gegenüber rühmten: "Zudringlichkeit, Naschhaftigkeit" und Sudelsucht der Stubenfliege beklagte etwa Mark Twain. Dass tierethische Fragen bei Geimer außen vor bleiben, begrüßt der Rezensent.
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