Wie dachte ein Inquisitor? Wie wurde ein Verhör geführt? Funktionierte die Kontrolle der legendären Römischen Inquisition wirklich so reibungslos? Peter Godman erhielt bereits vor der offiziellen Öffnung Zugang zu den geheimen Archiven des Vatikans und zeichnet aufgrund seiner Funde ein neues Bild einer der mächtigsten Institutionen der katholischen Kirche. Eine Charakterstudie der Herren in violetter Seide und eine hoch spannende Analyse der Inquisitionspolitik auf der Basis unpublizierter Originaldokumente.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.07.2001
In gewisser Weise stellt diese Untersuchung, so in etwa der Tenor von Manuela Lenzens Rezension, eine Teil-Rehabilitation der von der römisch-katholischen Kirche 1542 gegründeten Inquisition dar. Der Autor hatte als einer der ersten Einblick in die Archive der Inquisition und was er fand, zeugt weniger von erbarmungslosem Vernichtungswillen als von heilloser Überforderung der Inquisitoren. Man muss sich, formuliert die Rezensentin, die Inquisitoren "ratlos, überarbeitet und frustriert" vorstellen. Godmans Untersuchung zeigt ein Mitgefühl, das die Objekte seiner Darstellung dann vielleicht doch nicht besaßen: er "will sich in ihre (d.i. der Inquisitoren) Lage versetzen". Immerhin jedoch findet sich im Leitfaden des der Folter an sich sehr zugetanen Francisco Pena auch die Aufforderung: "Denk an den angstgepeinigten Angeklagten!" Tatsächlich, habe Godman herausgefunden, war die Inquisition nicht selten weniger verhasst als die weltliche Gerichtsbarkeit. Ausführlich untersucht hat der Autor die Geschichte des Index verbotener Bücher, auch hier aber fanden sich offensichtlich in erster Linie Dokumente der Überforderung, die zu Inkonsistenzen in der Auswahl führten. Die Rezensentin findet das Buch "spannend" - und zwar vor allem, weil so manches Vorurteil enttäuscht wird.
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