Peter Gross

Jenseits der Erlösung

Die Wiederkehr der Religion und die Zukunft des Christentums
Cover: Jenseits der Erlösung
Transcript Verlag, Bielefeld 2007
ISBN 9783899426045
Gebunden, 198 Seiten, 20,80 EUR

Klappentext

Wie immer eine Wiederkunft der Religion angekündigt wird, und welche Menschenmassen religiöse Großveranstaltungen auch binden, die christliche Heilsbotschaft ist erkaltet, der Erlösungswille erlahmt. Nicht mehr erlöst werden wollen die Menschen vom Leben, sondern dieses erleben: lebendigen Leibes in den Himmel! Das Christentum, dessen Herz die Erlösungsvorstellung ist, gerät dadurch in eine schwierige Lage. Allerdings wächst ihm dabei auch eine neue Deutung zu, in der die menschliche Unvollkommenheit nicht als Übel empfunden, sondern als Aufgabe angenommen wird...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2008

Der hier rezensierende Professor für Kulturwissenschaften in Erfurt, Hans Joas, hält das Buch für einen originellen Beitrag zur Debatte über die Zukunft der Religionen, insofern als Peter Gross hier die Frage nach dem Christentum als Erlösungsreligion aufwirft. Dass Gross aus seinem Pessmismus kein Hehl macht, ist Joas nur Recht, zumal er das karikaturistische Moment darin erkennt. Was der Autor an Herausforderndem hineintut, erscheint Joas allerdings allzu gebetsmühlenartig wiederholt. Erlösung gedacht als Verzicht auf Erlösung? Eine Botschaft, die den Rezensenten nicht gerade vom Hocker reißt. Und der Versuch, diese Botschaft mit großen Thesen zu dramatisieren, scheint dem Autor auch nicht zu gelingen. An der Theoriefestigkeit des Autors jedenfalls und an seiner Kritikfähigkeit gegenüber Karl Löwith und Max Weber hat Joas so seine Zweifel. Und dann gibt es da noch das Problem der Grundkonstruktion des Buches. Die christliche Erlösungsidee auf das Außerweltliche und Kompensatorische zu verkürzen, findet Joas nämlich höchst fragwürdig. Wofür wäre dann Christus am Kreuz gestorben?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.08.2007

Großen Eindruck hat Peter Gross' soziologisch-theologische Abhandlung "Jenseits der Erlösung" bei Rezensent Friedrich Wilhelm Graf hinterlassen. Er würdigt das Buch des Kultursoziologen, das sich den Fragen der Eschatologie, der Lehre von den letzten Dingen, widmet, als theologisch "hochreflektiert". Die Intention des Autors sieht er in der Vermittlung eines realistischen Christenglaubens, der uns endlichen Wesen helfe, "die eigene Sterblichkeit anzunehmen". Gross' Auseinandersetzung mit traditionellen, modernen und postmodernen Ansichten zur Eschatologie scheint Graf überaus instruktiv. Nur beipflichten kann er seiner Kritik am alten Jenseitsglauben und auch den zahlreichen trivial postmodernen religiösen Angeboten zur Seelentröstung. Auch die Analyse der totalitären Sozialutopien der Moderne und ihrer unheilvollen Folgen scheint ihm zutreffend. Gross' Plädoyer für eine Neudeutung der christlichen Heilsgeschichte setzt nach Ansicht von Graf nicht auf Erlösung und Vollkommenheitsphantasien sondern auf die Brüche und Widersprüche endlichen Lebens. So entsteht in seinen Augen eine Theologie "demütiger Endlichkeitsannahme", die wirkliche Freiheit verheißt.

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