Die führenden Dramatiker in Ost und West, kulturpolitisch und ästhetisch hochumstritten, tauschen sich übers Schreiben, das Theater, die Politik aus, schärfen ihre Meinungen in gegenseitiger Kritik und schenken einander nichts. Hacks und Kipphardt wechselten Briefe von 1955 bis 1980.
Peter Hacks und Heinar Kipphardt verband eine streitbare Freundschaft, behauptet Jörg Sundermeier. Beider Namen gälten heute nicht mehr viel, Kipphardts Bücher seien größtenteils vergriffen und nicht wieder neu aufgelegt, seine Stücke selten gespielt. Wo Kipphardt unmodern oder in Vergessenheit geraten ist, wird Peter Hacks seit dem Fall der Mauer als Hofdichter des sozialistischen Regimes bezeichnet; die Hacks-Werkausgabe von 2002 zeige aber, wirft sich Sundermeier für den Geschmähten in die Bresche, dass man es hier mit einem Klassiker der deutschen Literatur zu tun habe. Dem Briefwechsel zwischen Hacks und dem früh verstorbenen Kipphardt kommt seines Erachtens eine besondere Stellung zu, weil Hacks bei Kipphardt keinesfalls auf einen Bewunderer gestoßen sei, sondern auf einen kritischen Kollegen, mit dem es sich "auf höchstem intellektuellen Niveau", schreibt Sundermaier bewundernd, streiten ließ. Auf diese Weise gewährten beide Schriftsteller Einblick in ihre Arbeitsweise; wer etwas über das Handwerk des Schreibens erfahren wolle, käme um diesen Briefwechsel nicht herum. Die Neuausgabe dieser Korrespondenz wurde um einige Fundstücke ergänzt, teilt der Rezensent mit und gesteht Hacks zu, dass er in der Auswahl der Erstausgabe nichts beschönigt habe.
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