Klappentext

Mit 14 Schwarz-Weiß-Abbildungen. Aus dem Englischen von Cornelius Hartz. Das Weströmische Reich ist untergegangen. Das Oströmische Reich unterliegt im Krieg gegen die Perser, der Nika-Aufstand 532 n. Chr. stürzt das Reich innenpolitisch in die Krise, Konstantinopel, die kaiserliche Hauptstadt, liegt in Schutt und Asche. Wie kommt es aus dieser verfahrenen Situation heraus zur letzten Blüte Roms, zur größten Ausdehnung des Reichs im 6. Jahrhundert? Peter Heather erzählt die Geschichte einer Umbruchzeit. Zwischen Antike und Mittelalter, zwischen Rom und Byzanz manifestiert sie sich vor allem in der Herrschaft eines Kaisers, der als Bauernsohn ein sozialer Aufsteiger war und sich selbst als "Herrscher von Gottes Gnaden" verstand. Justinian (reg. 527-568) eroberte Nordafrika und Italien, Bauwerke wie die Hagia Sophia in Istanbul oder San Vitale in Ravenna gehen ebenso auf ihn zurück wie der Codex Iustinianus. Am Ende aber bleibt die Frage, wie hoch der Preis für Roms letzte Blüte war.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2019

Rezensent Joachim Käppner scheint das Ketzerische am britischen Historiker Peter Heather zu schätzen. Wenn der Autor gegen die Meinung der Forschung Justinian nicht als Sargnagel des Römischen Reiches betrachtet, sondern seine Herrschaft in Konstantinopel als Abendblüte antiker Kultur beschreibt, folgt Käppner mit Hochachtung Heathers Kenntnis der Spätantike und seinen präzisen "politikwissenschaftlichen" Schilderungen oströmischer Taten. Der Autor wird seinem Ruf als Erzfeind der Anhänger des Cultural Turn auf glänzende Weise gerecht, findet Käppner.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2019

Wenig Neues entdeckt Rezensent Michael Sommer in Peter Heathers Darstellung des Zeitalters Justinians. Wenn der Autor den Kaiser als großen Improvisator und Opportunisten zeichnet, chronologisch und geografisch weit ausholt und sein immenses Fachwissen anbringt, staunt Sommer dennoch. Die Machtquellen spätrömischer Herrscher, die Herrschaft Anastasios' und Justins und schließlich den Untergang des Westreichs kann ihm der Autor nachvollziehbar, wenngleich mitunter etwas allzu routiniert zu vermitteln. Klar arbeitet Heather allerdings die Schatten über Justinians Herrschaft heraus und führt plastisch auf die diversen Kriegsschauplätze, findet der Rezensent. Für Sommer dank Glossar und Anmerkungen ein Buch für den Einsteiger, auch wenn er einige "anachronistische" Termini zu schlucken hat.
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