Aus dem Amerikanischen von Friedrich Griese. Im Sommer 2001 legt Peter Hessler, langjähriger Peking-Korrespondent des New Yorker, die chinesische Führerscheinprüfung ab - als einer von täglich über 1000 Fahranfängern allein in der Hauptstadt. In den folgenden Jahren wird er unmittelbar Zeuge der enormen Veränderungen, die der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für das Land und seine Menschen bedeuten. So folgt er mit dem Auto zunächst über Tausende Kilometer dem Verlauf der Großen Mauer westwärts, häufig auf primitiven Landstraßen und weit und breit der einzige Ausländer. So abgelegen, karg und dünn besiedelt die Provinzen im Nordwesten sind, allmählich eröffnen neue Straßen neue Perspektiven. Dann richtet Hessler den Blick auf ein abgelegenes Dorf bei Peking, in das er regelmäßig pendelt. Es wird ihm zu einer zweiten Heimat, und aus nächster Nähe erlebt er mit, was die beginnende touristische Erschließung des Ortes an Problemen und Möglichkeiten für die Bewohner mit sich bringt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.09.2009
Über die chinesische "Antiutopie" der Mobilitäten erfährt Ludger Lütkehaus aus diesem Buch eine ganze Menge. Der Autor, ein erfahrener Peking-Korrespondent hat kein Risiko gescheut und sich in den Wahnsinn des chinesischen Autobooms gestürzt - als Fahranfänger und Autoreisender. Die Anarchie des Straßenverkehrs, die Zerstörung ganzer Regionen durch den Autobahnbau werden dem Rezensenten hier in schönster angloamerikanischer Humortradition nahe gebracht. Auch über Peter Hesslers Sachkenntnis freut sich Lütkehaus (wenn das Anekdotische, wie er schreibt, auch manchmal überwiegt). Das Bild, das vor seinen Augen entsteht, ist plastisch und zeigt ein Land im rasenden Umbruch.
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