In ihrem neuen Buch gehen Köpf und Provelegios der Frage auf den Grund: Wer will eigentlich ihr Bestes? Und: Was ist letztlich ihr Bestes? Ihre Kritik am Umgang mit Kindern in unserer Gesellschaft, die statt Neigungen und Eigeninteressen zu fördern, den Nachwuchs mainstreamt, d.h. anpasst, ist keine Elternschelte, sondern will Müttern und Vätern Mut machen, das Kindsopfer zu verweigern.
"Schwungvolle Thesen" legen die beiden Autoren hier vor, findet Christian Füller, und ist, obwohl er die "Kommerzialisierungsthese" der beiden interessant findet, doch häufig entnervt von ihren Rundumschlägen. Beispielsweise scheint er die Analyse der Situation, dass Eltern nämlich umstellt seien von Leuten, die ihnen die Kinder durch Förderungsangebote aller Art entreißen wollen: "Politiker, Volkswirtschaftler, Psychotherapeuten, Ärzte, Werbestrategen, Journalisten", nicht weiter neu zu finden. Und die Anmerkungen zur Pisa-Studie haben Füller erst recht geärgert. Da heißt es nämlich, der "weltweite Schülervergleich" solle von der OECD nur genutzt werden, um die deutschen Schulen zur "Kaderschmiede" der Wirtschaft umzubauen. Füller hält dagegen, dass es der OECD in ihren Anmerkungen zur Pisa-Studie vielmehr um den Abbau elitärer Strukturen gehe, die sich als Hindernis für ein höheres Bildungsniveau der Bevölkerung erwiesen haben. Das analytische und kritische Vermögen gegenüber den bestehenden Bildungsstrukturen sei bei diesen beiden linken Autoren nicht allzu groß einzuschätzen, meint Füller und findet: "Das tut weh".
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