Vom 2. August 1935 an nannte sich München "Hauptstadt der Bewegung". Drei Monate später war der Königsplatz von den Nationalsozialisten "nach dem Wunsch und Willen des Führers in eine Weihe- und Versammlungsstätte des von ihm geeinten deutschen Volkes" verwandelt. Doch schon seit seiner Entstehung war der Königsplatz ein politischer Ort. König Ludwig I. hatte ihn "voll teutschen Sinn's" als Gegenentwurf zu Frankreichs Architektur konzipiert. Später verwandelte man ihn in einen Aufmarschplatz, erst 1988 erhielt er seine alte Begrünung wieder. Peter Köpf erzählt die Geschichte dieses klassizistischen Ensembles von seiner Entstehung bis in die Gegenwart. Anhand von Archivalien, seltenen historischen Fotos und Zeitzeugenberichten zeigt er, was der Königsplatz immer war: ein sehr deutscher Ort mitten im bayerischen München.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.01.2006
Durchaus gelungen erscheint Hermann Unterstöger diese Studie über den Königsplatz in München von Peter Köpf. Er lobt das Buch als "flüssig geschrieben" und "ausbündig dokumentiert". Eingehend zeichnet er Köpfs Darstellung der Geschichte dieses "deutschen Orts" nach. Dass das Konzept und die Erstbebauung des Platzes durch Ludwig I. in ihrer königlichen Attitüde dem Geschmack späterer Machthaber, insbesondere deren Faible für den hohlen Pomp, sehr entgegenkam, ist auch für Unterstöger "unübersehbar". In diesem Zusammenhang schildert er den Umbau des Areals während des "Dritten Reichs" zu einem NS-Viertel mit "Führerbau", "Braunem Haus" und "Ehrentempeln". Im Blick darauf hebt er insbesondere Köpfs Kritik am Umgang der Stadt München mit ihrem NS-Erbe hervor.
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