Versammelt sind hier unterschiedliche Berichte, die erzählen, wie Berlin die letzten Tage des Krieges und die ersten Jahre des Friedens erlebte. Alle Texte wurden 1948 geschrieben und werden hier nach einem halben Jahrhundert erstmals veröffentlicht - eine Flaschenpost aus der Vergangenheit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2005
In der Flut der diesjährigen Erinnerungsliteratur nimmt Berlin eine besondere Stellung ein, schreibt Claudia Schwartz, weil sich hier der Irrsinn des Krieges wie des Regimes besonders ausgetobt hätten und die Stadt damit zur Chiffre von Wahn und Zerstörung geworden wäre. Einen Streifzug durch die besetzte Stadt unternimmt das Buch "Bomben, Trümmer, Lucky Strikes", das vierzig Autoren zu Wort kommen lässt: in Erinnerungsberichten, aber auch in Erzählungen oder im Gedicht. Die Texte stammen alle aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, der Herausgeber Peter Kruse fand sie im Nachlass seines Vaters, berichtet Schwartz. Die Vielfalt des Buches gereiche dem Buch ebenso zum Vorteil wie zum Nachteil, findet die Rezensentin, da die Beiträge von sehr unterschiedlicher Qualität seien. Mancher Erinnerungsbericht klinge doch recht dilettantisch, andere Texte seien von höchster Eindringlichkeit und präziser Beobachtungsgabe, so die Chronik der jüdischen Journalistin Karena Niehoff, die im Untergrund überlebt hatte und sowohl die Tage vor der Kapitulation wie auch die ersten Nachkriegsmonate beschreibt. Niehoffs "ungeschönter Blick" hat bei Schwartz den stärksten Eindruck hinterlassen.
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