Auf den ausgetretenen Trampelpfaden hebt Peter O. Chotjewitz das hervor, was gerade nicht am Wegesrand und deshalb auch nicht in den Reiseführern steht: was bloß gewußt, imaginiert, gespürt werden kann, weil es sich unter Hügeln und Pflaster, hinter Mauern und in Löchern verbirgt.
Der Leser dieses Buches hat nach Ansicht von Ralf-Peter Märtin beste Chancen dem Rom-Muffel-Dasein eines Tannhäuser zu entgehen. Zwar räumt er ein, dass es Chotjewitz, den Märtin für einen geradezu Rom-Süchtigen hält, dem Leser mit seiner Konzentration auf die Antike nicht gerade leicht macht. Summa summarum glaubt der Rezensent jedoch, dass der Autor diese Hürde mit Grandezza gemeistert hat. Zu verdanken sei dies einerseits Chotjewitz` Respektlosigkeit, "wie sie nur derjenige wagen darf, der, bildlich gesprochen, am Tisch der Cäsaren mitgegessen hat", aber auch seiner sorgsamen Auswahl von skurrilen Anekdoten und Geschichten. Dabei bediene er sich durchaus auch antiker Autoren, um das Leben der damaligen Zeit unterhaltsam und anschaulich zu beschreiben. Märtin hebt außerdem lobend hervor, dass Chotjewitz streng darauf achtet, den Leser mit seinen Ausführungen nicht zu überfordern und bisweilen auch auf "Lokale für den erschöpften Wanderer" aufmerksam macht.
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