In den Jahren 58 bis 50 v. Chr. überzog Gaius Julius Caesar Gallien mit einem furchtbaren Krieg. Ehrsucht und Gewinnstreben waren die maßgeblichen Motive Caesars, dessen Vorgehen im römischen Senat auf erheblichen Widerspruch stieß. Doch der militärische Stratege war auch ein Meister der politischen Taktik. So verfasste er in dieser Situation seine berühmten commentarii de bello gallico, die heute Teil der Weltliteratur sind, damals aber vor allem eine an die Adresse der römischen Öffentlichkeit gerichtete, raffinierte Rechtfertigungsschrift bildeten. Markus Schauer legt eine ereignis- und literaturgeschichtlich fundierte Einführung in dieses überzeitlich bedeutende Werk vor. Er erhellt die krisenhafte politische Situation der späten römischen Republik, die Karrieren wie jene Caesars erst ermöglicht hat, erklärt, wie es zu Caesars Krieg gegen Gallien kam, wie er verlief und Ausmaße eines Völkermordes annahm.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.06.2016
Beim Titel von Markus Schauers neu erzählter Geschichte des Gallischen Krieges, muss Rezensent Burkhard Müller unwillkürlich an die finstere Zeit der Mittelstufe zurück denken, als er im Lateinunterricht zum ersten Mal Caesars "Gallischer Krieg" lesen musste. Erst heute, mit Schauers einfacher, knapper und trotzdem informativer Lektüre, so der Rezensent, begreift er wirklich, wie es zum Gallischen Krieg kommen konnte, versteht den Kontext der damaligen Zeit und durchschaut Caesars geschickte Rhetorik. Schauer bringt "altgediente Urteile ins Wanken" und eröffnet einen neuen, frischen Blick auf die Vorgänge des Gallischen Krieges und den konservativen Revolutionär Julius Caesar, der die europäische Geschichte wie kein anderer geprägt habe. Da sitzt Müller ganz gern wieder auf der Schulbank.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2016
Mit Caesars "Bellum Gallicum" kann man sich immer wieder beschäftigen, findet Uwe Walter. Erst recht, wenn es so analytisch und sensibel für narratologische Aspekte geschieht, wie bei Markus Schauer, meint der Kritiker. Allerdings sollte man die erste Hälfte des Buches zügig durchblättern, rät Walter: Diese nämlich gerät dem Latinisten zu langatmig, auch fehlerhaft, etwa wenn er "homines novi" zu "neuen Senatoren" macht, und überhaupt zu wenig anschaulich, um den Leser schon mit der Vorgeschichte in den Bann zu ziehen. Dann aber überzeugt das Buch durch Schauers scharfsinnig Beobachtungen und Analysen, etwa wenn er Caesars zwecks Objektivitätsanspruch in eine Wir- und Er-Perspektive aufgeteilte Schrift probeweise in eine alternative Form umwandelt, um festzustellen, dass sie so nicht mehr funktioniert. Großartig auch, wie Schauer Tempo- und Stilwechsel oder Dramatisierungen im Text untersucht, meint der Rezensent, dem dieses Buch als Lektion in "genauem Lesen" dient.
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