Nicht nur im Irak, im gesamten Nahen und Mittleren Osten entfaltet sich ein historisches Drama, das der Weltmacht USA schneller als erwartet ihre Grenzen aufzeigt. Aufgrund jüngster Eindrücke in der Konfliktregion und jahrzehntelanger Kenntnis der dort wirkenden politischen und religiösen Kräfte gelingt Scholl-Latour eine überzeugende Analyse dieses notorischen Brennpunkts der Weltpolitik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2004
Wilfried von Bredow bewundert die Rüstigkeit des inzwischen 80-jährigen Peter Scholl-Latour, aber nicht nur das. Der Star unter den politischen Reportern habe nichts von seinen Fähigkeiten eingebüßt: "Ein erfahrungsgesättigter, durch etwas Altersstarrsinn kaum getrübter politischer Scharfsinn, das große Geschick, zu den 'richtigen' Interviewpartnern vorzustoßen und diesen auch noch aufschlussreiche Äußerungen zu entlocken." Diese Eigenschaften machen nach Meinung des Rezensenten auch sein neues Buch, entstanden nach Reisen durch Afghanistan, Iran, Irak und den Libanon, zu einer aufschlussreichen und kontroversen Lektüre. Getreu seinem Ruf als "Sturmkrähe" charakterisiere Scholl- Latour die amerikanische Politik in der arabischen Welt als naiv und fahrlässig und zeichne - jedoch nicht im Stile eines "schrillen Lamento", sondern angenehm vielschichtig - das "Monumentalgemälde eines politischen Desasters". Und weil sich das auch noch liest "wie ein Abenteuerbericht" ist der Rezensent beinahe vollständig zufrieden - wenn Scholl-Latour nur nicht diesen bedauerlichen "Hang zur Selbststilisierung" hätte!
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