Aus dem Amerikanischen von Stephanie Dreikauß. Ob es um militärische, wirtschaftliche oder ökologische Belange geht: Die Amerikaner scheinen zu machen, was sie wollen, und wem das nicht gefällt, der hat eben Pech gehabt. Im Streit liegt Amerika aber nicht nur mit der Welt, sondern auch mit sich selbst. Clyde Prestowitz, ein kosmopolitischer amerikanischer Patriot, zeigt, wie Amerika die Welt enttäuscht, indem es sich über seine wahren Interessen täuscht und seine Ideale verrät.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2004
Positiv überrascht zeigt sich Rezensent Werner Link von Clyde Prestowitz' Buch "Schurkenstaat. Wohin steuert Amerika?" Anders als der etwas irreführende Titel vermuten lässt, stößt Prestowitz zu Links Freude nicht in dasselbe USA-kritische Horn, wie die meisten Autoren einer Reihe von Büchern, mit denen er in einer Mehrfachbesprechung befasst: Statt Einseitigkeit und Zuspitzung der Argumentation regieren hier Ausgewogenheit und Sorgfalt. Wie Link berichtet, sucht Prestowitz den Amerikanern zu erklären, warum die Welt sich scheinbar gegen sie stellt, und den Menschen außerhalb Amerikas, inwieweit sie dessen gute Absichten häufig missverstehen. "Ein gelungener Versuch", urteilt Link, dem insbesondere das Unterkapitel über die Nahost-Problematik "ausgezeichnet" gefallen hat. Prestowitz mache auch die europäische und asiatische Kritik an der derzeitigen unilateralen Politik der USA verständlich, wobei er betone, dass der kritisierte amerikanische Exzeptionalismus nicht beinhalte, dass Amerika als Imperium gedacht war und handeln sollte.
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