Peter Scholz

Lucullus

Herrschen und Genießen in der späten römischen Republik
Cover: Lucullus
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783608987782
Gebunden, 416 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Sein Ruf als Gourmet ist bis heute sprichwörtlich, sein Rang als Politiker hingegen völlig vergessen: Lucullus gehört zu den letzten Verteidigern einer freien römischen Republik. Peter Scholz zeichnet ein lebendiges Bild des hochkultivierten Aristokraten und vorbildlichen Heerführers. Zugleich gelingt ihm eine Neubetrachtung der letzten Phase der Republik und ihrer prachtvollen Lebenswelt, die zeigt: Das Ende der Freiheit war nicht unausweichlich! Lucius Licinius Lucullus (118-56 v. Chr.)  war ein gefeierter Feldherr, ein geschätzter Wohltäter und ein hochgebildeter Aristokrat. In der letzten Phase der römischen Republik zählte er zu den fähigsten Angehörigen der politischen Führungsschicht. Vor dem Hintergrund einer untergehenden politischen Ordnung schildert Peter Scholz, wie Lucullus das Kriegshandwerk erlernte, sich zum Imperator des griechischen Ostens aufschwang und umjubelte Siege für Rom errang. Zugleich pflegte er den Austausch mit Philosophen und Literaten und zeigte sich für jede Art von "lukullischen" Genüssen aufgeschlossen.  Mit aller Kraft stemmte sich Lucullus gegen die rücksichtslose Ausbeutung der Provinzialbevölkerung durch die Finanzelite und gegen die Ausbootung im römischen Senat. Sein Freiheitswille ließ ihn zu einem der Protagonisten des Widerstands gegen die autokratischen Bestrebungen eines Pompeius und Caesar werden. Der Autor entlarvt die Erzählung von der vermeintlichen Wandlung des erfolgreichen Feldherrn zum Schlemmer als publizistische Propaganda seiner Gegner, die bis heute unser Bild von Lucullus und der Senatsaristokratie prägt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2025

Rezensent Andreas Kilb hält es gar nicht für nötig, Lucullus zu rehabilitieren. Wenn der Althistoriker Peter Scholz in seiner Lucullus-Biografie den Staatsmann und Strategen Lucullus nicht gegen den Schlemmer ausspielt, scheint der Rezensent daher zufrieden. Stattdessen gelingt es dem Autor laut Kilb, uns mit der weniger bekannten staatstragenden Seite des Römers bekannt zu machen. Scholz nimmt sich dafür laut Kilb genau den richtig bemessenen Raum, verortet Lucullus in seiner Zeit und seinem Stand, zeigt Wendepunkte in seiner politischen Laufbahn auf und sucht nach Belegen für politische Aktivitäten seines "Schützlings" bei Cicero und anderen. Für Kilb steht Lucullus am Ende dennoch weniger als starker Opponent von Caesar oder Pompeius dar denn als "Influencer ganz neuer Art", der Kirschen nach Rom brachte und der Nachwelt allerhand aristokratische Lebensart hinterließ.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.12.2024

Wer mehr über Lucullus wissen möchte, als das Klischee vom verfeinerten Genießer hergibt, der soll dieses Buch lesen, findet Rezensent Nikolaus Nützel. Der Historiker Peter Scholz widmet sich darin dem Adeligen, der zu jener Senatorenkaste gehörte, die die alte römische Republik prägten, bevor die Zeit der Alleinherrscher begann. Lucullus' Wirken fällt in die Zeit der Spätphase der alten Republik, die oft als dekadent beschrieben wird, so der Rezensent. In der Tat lebte Lucullus prunkvoll, in seiner Villa warteten freilich nicht nur erlesene Speisen, sondern auch zahlreiche Schriftrollen auf die Gäste des Politikers. Das Buch ist nicht für Einsteiger geschrieben, stellt der insgesamt dem Buch zugetane Rezensent klar, allerdings auch nicht nur für Hardcore-Historiker. Es gibt durchaus auch auflockernde Passagen, die zum Beispiel von Süßkirschen handeln, die Lucullus als erster in Europa züchtete, lockt der Kritiker.

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