Die Welt änderte sich grundlegend, als im Mittelalter erste Unternehmer "modernen Zuschnitts" auftraten. Der Autor entwirft ein detailreiches und farbiges Bild des mittelalterlichen Wirtschaftslebens und seiner Pioniere, der Händler und Kaufleute.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2005
Ein Historiker des Geldes ist der emeritierte Cambridger Wirtschaftshistoriker Peter Spufford. Entsprechend "spröde" sind manche Passagen seines Buches "Handel, Macht und Reichtum" - Geldmengen, Handelsdefizite und Konjunkturzyklen vermögen den Rezensenten Christian Jostmann offensichtlich nicht mit Begeisterung zu erfüllen. Gelungen, also lebendig und anschaulich, fällt hingegen, so Jostmanns Urteil, die Darstellung der mittelalterlichen Handelsrouten zwischen London, Siena und Böhmen aus. Kein Wunder: In einem Freisemester hat Spufford diese Wege selbst bereist, auf den Spuren der Kaufleute von damals. Das Buch stellt dar, wie der Anstieg des Luxuskonsums an den Höfen des Spätmittelalters den Handel mit schwunghaftem Leben erfüllte, zu Wasser und zu Lande, und dadurch den Kaufmannsberuf umgestaltete. Aus dem fahrenden Händler wurde ein sesshafter Geschäftsmann, der Transportunternehmen organisierte. Die Bezahlung lief nicht mehr über Münzen, sondern über Wechsel. Und die doppelte Buchführung wurde erfunden. Das Werk wurde 2003 für den Buchpreis der British Academy nominiert.
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