Kommentare von Erling von Mende und Hans Ulrich Vogel. Herausgegeben von Bertram Schefold. Aus dem Chinesischen von Sabine Ludwig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2002
Eine Debatte über das chinesische Staatsmonopol auf Eisen und Salz aus dem ersten Jahrhundert vor Christus hat Detmar Doering sich angesehen und den Kommentar dazu gelesen. Dabei hat ihm der Faksimiledruck aus der Ming-Zeit sehr gefallen, doch spannender erscheint Doering die Grundsatzdiskussion des Expertenteams. Denn es geht laut dem Rezensenten um zentrale Fragen der Wirtschaftspolitik, die "moralphilosophischen Imperativen" unterliege. So werde gefragt, ob Gewinnstreben legitim sei oder wie sich Wirtschaftspolitik auf die Außenpolitik bzw. die allgemeine Moral auswirke. Dabei nehmen die zwei Parteien, deren Dankansätze aufeinandertreffen, keine Standpunkte ein, die man nach heutigen Kriterien einordnen kann, wie Doering feststellt. So seien die "behutsamen Traditionalisten" eher wohlstandsfeindlich und möchten gleichzeitig keinen übermächtigen zentralistischen Staat, daher stehen sie dem Staatsmonopol "skeptisch" gegenüber. Die "auf Effizienz achtenden Machttechniker" setzten dagegen auf Reformen von oben und erweisen sich dem Außenhandel gegenüber als "liberaler". Die Bedeutung dieser Argumente liegt darin, dass sie nach Doering den Rahmen festgesetzt haben, "in dem sich das ökonomische Denken in China bis in die Neuzeit bewegte". Davon unabhängig sind sie nach Meinung des Rezensenten "für Ökonomen, die mal etwas anderes lesen wollen, genau das richtige".
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