Der Siebtklässler Riko ist im Nicht-Fisch-nicht-Fleisch - Alter. Er ist schüchtern, zurückgezogen, fast schon ein Außenseiter. Die dominante, oberflächliche ältere Schwester Birgit nervt ihn. Riko leidet unter dem Verlust des Vaters, der sich nicht mehr um die Kinder kümmert, seit die Eltern geschieden sind, und unter Ewald, seinem Stiefvater. Während eines Besuchs bei den Großeltern trifft Riko auf Manjo, einen langhaarigen Alt-Hippi, den die Großmutter vor Jahren auf einer Afrikareise kennen gelernt hat. Manjo beschäftigt sich mit Trommeln und wohnt vorübergehend im Gartenhäuschen der Großeltern. Bei ihm lernt Riko heimlich trommeln. Als Manjo nach einigen Wochen verschwindet, lässt er als Abschiedsgeschenk eine Trommel für Riko zurück. Inzwischen hat er sich mit Frank, einem Jungen aus seiner Klasse angefreundet, in dessen Keller er üben kann. Als sich wenig später Manjo überraschend meldet und Riko bittet, ihn bei einem öffentlichen Auftritt zu vertreten, springt Riko nach anfänglichem Zögern über den eigenen Schatten. Er sagt zu - obwohl das Konzert an seiner Schule stattfindet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2000
Eine "literarisch beachtliche Neuerscheinung", so lautet das Fazit Hans Gärtners zu diesem Buch, in dem der Außenseiter Riko Bekanntschaft mit einem Afrikaner macht, der ihn in die Kunst des Trommelns einweiht und ihn auf diese Weise mit einer geheimnisvollen "Gegenwelt" bekannt macht. In dieser "Gegenwelt", so betont Gärtner, geht es nicht primär um Männlichkeit oder "New-Age", sondern um Rikos Seele, in der der Afrikaner durch das Trommeln "Saiten (...) zum Schwingen" bringt, die das Selbstbewusstsein des Jungen verändern: er wird mutiger. Ein Buch, dass auch für Eltern reizvoll sein dürfte, so der Rezensent.
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