Studien zu deutsch-ukrainischen Literaturbeziehungen
Ibidem Verlag, Stuttgart 2026
ISBN
9783838220932 Paperback, 322 Seiten, 39,90
EUR
Klappentext
Im Laufe der Jahrhunderte hat die Ukraine tiefe historische und kulturelle Beziehungen zu den deutschsprachigen Ländern gepflegt. Als ehemalige Kronländer des Habsburgerreichs waren die westukrainischen Regionen Galizien und Bukowina bis Ende des Ersten Weltkriegs Teile eines einheitlichen deutschsprachigen politischen und kulturellen Raumes. Westukrainische Schriftsteller wie Iwan Franko, Jurij Fedkowytsch oder Olha Kobylanska haben gelegentlich auch auf Deutsch geschrieben, zahlreiche Werke von Taras Schewtschenko, Lesja Ukrainka, Mychajlo Koziubynskyj und Wasyl Stefanyk wurden ins Deutsche übersetzt. Im Gegenzug nahmen deutschsprachige, aus diesen Kronländern der Donaumonarchie stammende Autoren - wie Leopold von Sacher-Masoch, Karl Emil Franzos, Joseph Roth, Soma Morgenstern, Rose Ausländer, Manès Sperber und Gregor von Rezzori - sowie zur nächsten Generation zählenden, ebenfalls auf Deutsch schreibende Lyriker - wie Paul Celan, Alfred Gong, Immanuel Weißglas und Manfred Winkler - ukrainische Themen und Motive in ihre Werke auf. Zwischen der heutigen Ukraine und den deutschsprachigen Ländern haben sich so immer mehr Fäden gewissermaßen zu einer Art literarischen Netzwerks verdichtet, das den Lesern noch nie so viele Möglichkeiten wie heute eröffnet hat, sich mit der spannenden Literaturgeschichte der Ukraine zu befassen. Doch bis heute finden sich Lücken, die ihrer literaturwissenschaftlichen Erfassung noch harren. Etliche Aspekte dieses Problemfeldes werden im vorliegenden Buch erhellt und kritisch-analytisch dargestellt. Der Band wendet sich an Slawisten, Komparatisten, Osteuropahistoriker und alle, die einen tieferen Einblick in die reiche Literatur- und Kulturgeschichte der Ukraine erhalten wollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.04.2026
Galizien galt als "Armenhaus Europas", weiß Kritiker Christian Thomas, literarisch ist es, ebenso wie die Bukowina, jedoch ein reicher Ort, wie er in seiner Reihe der Kleinen Ukraine-Bibliothek auch bei dem Literaturwissenschaftler Petro Rychlo lesen kann. Der nimmt diese Regionen als "literarisches Quellgebiet" wahr und erkundet in 16 Essays Dichter wie Paul Celan, Rose Ausländer oder Wasyl Stefanyk, bei dem Thomas bedauert, dass er noch immer nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Er freut sich, trotz gelegentlicher Betulichkeit, dem Enthusiasmus Rychlos zu folgen, der die Verhältnisse zwischen Peripherie und Zentrum auch an Autoren wie Leopold Sacher-Masoch oder Joseph Roth und seinen lebendigen Protagonisten nachvollzieht. Auch Manès Sperber, der den "Scherz als zweieiigen Zwilling der Schwermut" beschrieben hat, wird dem Rezensenten in diesem gelungenen Band nähergebracht.
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