Aus dem Englischen von Reihard Kneissl. John Lennon war der charismatische Kopf der Beatles. Seine musikalische Inspiration und die skurrilen Texte begründeten den Mythos der Fab Four. Er liebte die Provokation, zugleich war er aber auch ein menschenscheuer Träumer. Mit Hits wie "All you need is love", "I am the Walrus" und "Lucy in the Sky with Diamonds" schuf er Klassiker voll poetischer Melancholie. Nach dem Ende der Beatles nutzte er dann mit Yoko Ono seinen Ruhm für politisches Engagement. "Give Peace a Chance" und "Imagine" wurden zu Hymnen der Friedensbewegung. Und noch heute, über ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod, erreicht seine Stimme die ganze Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.01.2009
Rezensent Marc Deckert ist sehr angetan von Philip Normans trotz des beträchtlichen Umfangs kurzweiligen Biografie John Lennons. Sie biete erstaunlich viele neue Einsichten und sei von "Fairness und Vollständigkeit" geprägt. Zwar beugt sich der Autor seiner Einschätzung nach an manchen Stellen den Zwängen des Marktes, die ein paar "pikante, verkaufsfördernde Details" verlangten. Doch das tut er zu Deckerts Freude mit einer "gewissen Beiläufigkeit und Nonchalance": Norman habe keine "Skandalbiografie" geschrieben, betont der Rezensent. Der Rezensent empfindet Yoko Onos Einschätzung, das Buch sei "bösartig", als "Fehleinschätzung". Sie hatte zwar mit dem Autor zusammengearbeitet, nach Lektüre des Manuskripts aber ihre Zustimmung entzogen. Deckert dagegen findet Normans Arbeit ausgewogen: "Der Künstler wird weder auf ein Podest gehoben noch gestürzt", seine problematischen Persönlichkeitszüge werden ebenso thematisiert wie " Lennons Gaben, sein Humor und sein Erfindungsreichtum".
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