Philipp Melanchthon

Melanchthons Briefwechsel

Kritische und kommentierte Gesamtausgabe. Pflichtfortsetzung. Band T-3: Texte 521-858 (1527-1529)
Cover: Melanchthons Briefwechsel
Frommann-Holzboog Verlag, Stuttgart - Band Cannstett 2000
ISBN 9783772819803
Gebunden, 726 Seiten, 214,23 EUR

Klappentext

Bearbeitet von Richard Wetzel.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2001

Beat R. Jenny widmet sich sachkundig und kritisch den abschließenden Ausgaben von Melanchthons mehrbändigem Briefwechsel. Bei der Herausgabe sei man 3-stufig vorgegangen: 1. die Regesten (Urkundenverzeichnisse), 2. Texte, 3. Kommentar, was der Rezensent "bahnbrechend" findet.
1) Melanchthons Briefwechsel. Regesten Band 9
Nach Jenny ist der Band 9 der Regesten "für die Forschung unentbehrlich" - er beinhaltet u.a. ungenau datierte Briefe, etliche Neufunde sowie Berichtigungen zu den Regesten, die "auch die jüngsten Forschungsergebnisse" berücksichtigen. Dank der chronologischen Anordnung könne man Melanchthons Lebensweg und Wirkungskreis gut nachvollziehen und es fänden sich sogar gelegentlich "köstliche Kuriosa".
2) Melanchthons Briefwechsel. Regesten Band 10
Im Gegensatz dazu habe man beim Band 10 zuviel Aufwand mit Unwesentlichem getrieben, nämlich einem Itinerar und einem Ortsregister, bei dem sich Angaben zum Teil überflüssigerweise überschnitten. Der Rezensent fragt, worin dessen "wissenschaftlicher Wert liege". Für wesentlicher hielte er das bereits 1977 angekündigte Personenregister.
3) Melanchthons Briefwechsel. Texte Band 3: 521-858 (1527-1529)
Im Textband 3 (Briefe zwischen 1527 und 1529), der eigentlichen letztjährigen Neuerscheinung, lege Herausgeber Richard Wetzel jedoch "erneut eine Probe bewundernswerter briefeditorischer Akribie vor, wie sie bisher für das 16. Jahrhundert wohl noch nie realisiert wurde". Interessant findet Jenny - besonders aus Schweizer Sicht - vor allem den "fugenlosen Schulterschluss" Melanchthons mit Luther und die gleichzeitige "verachtungsvolle Abwendung" von Erasmus, der als Wegbereiter des Zwinglianismus erkannt wurde. So schrieb Melanchthon, "er würde lieber sterben als zusehen zu müssen, wie die Anhänger Luthers von Zwinglis Lehre angesteckt werden", erzählt Jenny. Genau solche Äußerungen seien später von "Erzlutheranern" gegen Melanchthon selbst gewendet worden. Die Briefe im 3. Band zeigten daher oft auch einen Mann, der der "Amtsgeschäfte" reichlich überdrüssig geworden sei.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…