Der Historiker Philippe Buc untersucht, wann und unter welchen Bedingungen Konflikte christlich geprägter Gesellschaften zu manichäischen Kriegen wurden, zur Konfrontation von Gut und Böse. Die theologisch motivierte Legitimation von Terror und Krieg lädt Konflikte nicht nur auf, sie erschwert oder verhindert auch die Möglichkeiten von Friedensschluss und Versöhnung. Philippe Buc deckt mit großer Quellenkompetenz und ausgeprägtem Aktualitätsbezug die historischen Wurzeln des Geflechts der gegenwärtigen weltpolitischen Verwerfungen auf - ein gänzlich neuer Ansatz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2016
Voltaire hätte seine Freude an dem Buch gehabt, meint Rezensent Bernhard Lang über Philippe Bucs Studie zu den Themen Gewalt, Wahnsinn und Martyrium unter dem Gesichtspunkt des Heiligen Krieges. Lang selbst kämpft schwer mit Bucs sprunghaftem Stil, erfährt aus den sieben im Band enthaltenen Essays jedoch allerhand Wissenswertes über religiösen Fanatismus, die Spiritualität der Kreuzritter und die kulturellen Muster gewaltsamen Handelns in Krieg und Terrorismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.02.2016
In der Debatte um den Flüchtlingsstrom gen Europa kommen immer martialischere Töne auf, merkt Dirk Pilz, schon die oftmals geforderte Obergrenze sei ja ohne Gewaltanwendung gar nicht denkbar. Auf der Suche nach den Wurzeln dieser gewalttätigen Tendenzen bei Menschen, die sich selbst für friedliebend halten, stößt der Rezensent auf die "erschreckend erhellende" Studie "Heiliger Krieg", in der der Wiener Mediävist Philippe Buc einen Bogen von frühchristlichen Märtyrern über die Kreuzzüge bis zur RAF und George W. Bush zeichnet. Wie es den religiösen Konzepten gelang, in der Moderne auch ohne übernatürlichen Überbau fortzuexistieren, liest der Rezensent "mit stockendem Atem".
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