Jedes Land hat seine eigene politische Kultur, seine eigene Definition von individuellen Rechten und Pflichten. Diese traditionellen Vorstellungen des Zusammenlebens beeinflussen auch die Art jeder Gesellschaft, moderne Werte wie Freiheit und Demokratie zu interpretieren. D 'Iribarne analysiert die zentralen Triebfedern westlicher Gesellschaften und macht deutlich, inwiefern ökonomische Leistungsfähigkeit auf diesen Faktoren beruht. Das 1990 erstmals erschienene Buch hat der Autor mit einer aktuellen Einleitung versehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2002
Rezensent André Kieserling zeigt sich wenig begeistert von Philippe d'Iribarnes Untersuchung der Firmenkultur dreier ausgesuchter Nationen. Der Autor vergleicht in seinem Buch drei Produktionsbetriebe - je einen aus Frankreich, Japan und den Niederlanden -, um daraus auf Unterschiede in den jeweiligen Nationalkulturen zu schließen. Diese Unterschiede stilisiert der Autor laut Kieserling "zu drei unterschiedlichen Nationalkulturen des Umgangs mit Hierarchien". So komme d'Iribarnes zu den Begriffen Ehre, Vertrag und Konsens, die jeweils für eine dieser Kulturen einstehen sollen. Ein harter Brocken für den Rezensenten! Von der Inspektion jeweils nur eines Unternehmen auf das Merkmal einer "ganzen Population" zu schließen, kritisiert er als fahrlässig allgemein. Zudem dominieren in den Kurzporträts der jeweiligen Nationalkultur nach Ansicht Kieserlings ohnehin genau jene Begriffe, "die auch zuvor schon an den Dienstwegen der Firmen belegt worden waren." Sollten die Argumente des Autors auch solche Leser überzeugen, die seinen Thesen nicht schon von sich aus entgegenkommen, so der kritische Rezensent abschließend, "dann wäre dies ein zweites soziologisches Wunder".
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