Aus dem Niederländischen von Christne Burkhardt. Der Held und Ich-Erzähler dieses Romans, Ernst Hofman aus Amsterdam, ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem Gelächter seiner Zuhörer. Da seine verstorbene Mutter Jüdin war und er mit politischen Witzen auffällig geworden ist, wird er 1944 in einem Viehwaggon mit anderen Verfolgten in ein Konzentrationslager gebracht. Doch Ernst Hofman kann nicht anders, er bleibt selbst im Lager Komiker und erzählt, mit Billigung des Barackenältesten, abends den Mitgefangenen Witze, um sie vor der endgültigen Verzweiflung zu bewahren und von dem Grauen abzulenken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2013
Nichts Neues hat das Buch von Pieter Webeling den uns bekannten Dokumentationen des Grauens in Auschwitz hinzuzufügen, findet Oliver Jungen. Und auch der Gattung Roman, der in diesem Fall laut Jungen sowohl die allerschlimmste Niedertracht des Lageralltags als auch eine Lagerliebe mit Schmachtqualitäten zwischen zwei Buchdeckeln vereint, vermag Webelings Bemühung nichts hinzuzufügen, was der Rezensent nicht schon kennt. Eher noch stellt er beim Lesen all der grellen ausgestellten Brutalität fest, dass damit nichts gewonnen ist. Und auch stilistisch reicht der Autor für Jungen beileibe nicht an Vorbilder, wie Kertesz oder Semprun heran. Jungen nennt es "enttäuschend schlicht".
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