Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2004
Als den letzten Autor jüdischer Herkunft, der im Jahr 1933 bei S. Fischer debütieren durfte, stellt ihn Heinrich Detering vor Hans Keilson. Er emigrierte wenig später in die Niederlande, überlebte die deutsche Besatzung im Untergrund, wo er als Arzt arbeitete, blieb nach Kriegsende in Holland und eröffnete dort ein Praxis als Psychoanalytiker, fasst Detering den Lebenslauf Keilsons im Zeitraffer zusammen. Nebenbei schrieb er weiter Romane, Gedichte und Essays, einer der "Letzten", so der Rezensent, aus der Ära der Neuen Sachlichkeit und der deutschen Exilliteratur. Keilsons Arbeiten aus jüngerer Zeit haben hierzulande bislang keine Aufmerksamkeit gefunden, bedauert Detering und begrüßt die kleine Ausgabe der Edition Literarischer Salon, auch wenn es seiner Meinung nach dringend an der Zeit wäre, das Spätwerk dieses immer noch aktiven Schriftstellers gesammelt und einem größeren Publikum zu präsentieren. Der vorliegende Band enthält Keilsons Rede vor der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Jahr 1999, in der Keilson das Verhältnis von Biografie, Erinnerung und Poesie am eigenen Beispiel reflektiert und die Detering sehr bewegend findet, zwei Prosastücke und Gedichte. Schade, stellt Detering zum Schluss fest, dass Keilsons Dialog mit dem Germanisten und einstigen NS-Mann Hans Schwerte in dem Büchlein nicht dokumentiert ist.
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