Aus dem Tschechischen von Eva Profousová. Drei ältere Frauen betreiben in Prag ein Archiv, in dem Gewalt an Frauen dokumentiert ist, gleichzeitig versuchen sie, Mädchen zu retten. Ein Ermittler untersucht den scheinbaren Selbstmord eines reichen, einflussreichen Mannes - und stößt dabei auf die drei Frauen und ihr Tun.
Radka Denemarková verwebt in ihrem Roman Elemente des Kriminalromans, Fakt und Fiktion zu einem erschütternden Panorama der Gewalt gegen Frauen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2019
Geistreich findet Franz Haas Radka Denemarkovas Roman um den Rachefeldzug dreier Damen gegen sexuelle Gewalt an Frauen in der tschechischen Gegenwart. Teils Krimi, teils sprachlich raffinierte Reflexion über universelle Gewalt, Naziverbrechen, Massenvergewaltigungen und Zwangsprostitution, überzeugt das Buch den Rezensenten mit inhaltlicher "Stacheligkeit", formaler Virtuosität, Sprachwitz und Scharfzüngigkeit. Den Horror, den Denemarkova verhandelt, kann all das laut Haas aber nicht verdecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2019
Radka Denemarková macht es uns mit ihrem Stoff nicht leicht, verspricht Rezensentin Andrea Diener, und man merkt es ihrer ernsthaft begeisterten Kritik an, die sich in Nacherzählung verhaspelt und nicht wirklich Auskunft gibt, womit wir es hier zu tun haben: Ein zahlreiches Personal gibt es in dem Roman. Ein Fabrikant hat sich aufgehängt oder wurde ermordet. Frau und Kind eventuell ebenso. Ein Ermittler weiß sich keinen Reim zu machen, und dann stößt er auf ein Archiv aller Ungerechtigkeiten, die Frauen je angetan wurden. Es geht offenbar um sexuelle Gewalt, um ein Archiv des Schmerzes, das laut Diener in präzis poetischer Sprache ausgebreitet wird. Die Krimihandlung sei nur oberflächlich darüber gelegt, vielleicht um der Sache Drive zu verleihen. Diener ist am Ende zufrieden, dass der Gewalterfahrung auch die einer glücklichen und entspannten Sexualität gegenübergestellt wird.
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