Das Buch zeigt, dass der offiziellen Polizeikultur eine Kultur der Polizisten gegenübersteht, die vornehmlich durch subkulturelle Vorstellungen vom Männlichkeit, Gerechtigkeit, Konformität und Pragmatismus determiniert ist. Cop-Culture und Polizeikultur stehen durchaus in Konkurrenz zueinander und führen zu einer nicht immer intendierten Arbeitsteilung im Alltag des Gewaltmonopols. Erst bei ausreichender Kenntnis beider Normenbereiche lässt sich die Wirkungsweise staatlicher Herrschaft angemessen verstehen.
Der Autor kennt die Polizei aus eigener Anschauung, erfahren wir von Oliver Geden über Rafael Behr, der es nebenbei auch zum Soziologen gebracht hat. Sein Buch konzentriere sich auf die Street-Cops, bei denen er durch Umfragen verschiedene Typen ausgemacht habe. Geden zählt zunächst den "Krieger" auf, der das Männlichkeitsideal vieler Polizisten charakterisiert - mit ausgeprägtem Freund-Feind-Schema und der Betonung körperlicher Stärke. Diese "Krieger-Männlichkeit", resümiert Geden, könne im Alltag jedoch wenig praktiziert werden - es sei denn, man ist Bereitschaftspolizist. Dennoch spukten solche Ideale in den Köpfen junger Polizisten herum, was auch zu internen Konflikten mit der Polizeiführung führe. Das Pendant zum Krieger ist der klassische Schutzmann, der weniger über körperliche Kräfte als über kommunikative Fähigkeiten verfügen muss. Behrs Buch trage auf jeden Fall zum Verständnis des Polizistenalltags bei, meint Geden. Er bedauert allerdings, dass dem steigenden Frauenanteil bei der Polizei vom Autor keine Beachtung geschenkt wurde.
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