Wenn Zeitzeugen erzählen, wird Geschichte lebendig. Neun Autoren aus Warendorf und Beckum haben ihre Erinnerungen an die Zeit ab 1933, das Kriegsende 1945 und die folgenden Jahre in russischer, französischer oder amerikanischer Gefangenschaft niedergeschrieben. Entstanden ist eine Dokumentation, die ihre Spannung durch die Vielfältigkeit der Einzelschicksale von Franz Große, Hermann Twenhöven, Lothar Ester, Erich Bomke, Günther Drescher, Kurt Bomke, Heinz Dulisch, Johannes Tovar und Klaus Meyer erhält.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2002
Was neun Zeitzeugen über ihr Überleben im zweiten Weltkrieg berichten, hat Thankmar von Münchhausen gelesen. Die meisten von ihnen verdanken ihr Überleben dem Zufall, wie der Rezensent notiert. Sieben dieser Zeitzeugen stammen aus dem westfälischen Raum, und Münchhausen spürt ihre Herkunft aus einem katholischen Elternhaus, die sie-" und das ist keine nachträgliche Beschönigung -" vor der Propaganda der Nationalsozialisten schützte. Dabei berichten diese Zeitzeugen "nüchtern und anschaulich", wie er anmerkt. Wenn ein damals Neunjähriger von der Flucht aus dem ostpreußischen Allenstein im Januar 1945 erzählt, so hat das für den Rezensenten "gelegentlich die Dichte Kempowskischer Collagen". So überlebte einer der Erzähler auch die Kriegsgefangenschaft, weil er "auf einem Gutshof in der Bretagne als Landarbeiter wie ein Sohn aufgenommen wurde".
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