Ernst Jünger

Feldpostbriefe an die Familie 1915-1918

Cover: Feldpostbriefe an die Familie 1915-1918
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2014
ISBN 9783608939507
Gebunden, 144 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Heimo Schwilk. In den Jahren 1915 bis 1918 berichtet Ernst Jünger in einer fesselnden Serie von Feldpostbriefen über seine Kriegserlebnisse. Wie erlebte ein junger Kriegsfreiwilliger den Ersten Weltkrieg, das Massenschlachten an der Westfront, Tod und Sterben der Kameraden, die eigenen Verwundungen? Und wie teilte er diese Erfahrungen seiner Familie mit? Ernst Jünger gibt in seinen Feldpostbriefen Einblicke in die Gemütslage eines Frontsoldaten, der dem Krieg als großem Abenteuer entgegenfieberte. Die 72 Briefe, Postkarten und Telegramme an die Eltern und den Bruder Friedrich Georg sowie ausgewählte Antwortbriefe zeigen einen jungen Mann, der mit kühler Rationalität die grausame Realität des Krieges beschreibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2014

Nach den von Helmut Kiesel edierten Kriegstagebüchern und der historisch-kritischen Ausgabe der "Stahlgewitter" können die von Heimo Schwilk herausgegebenen "Feldpostbriefe an die Familie 1915-1918" dem Bild Ernst Jüngers nicht mehr allzu viel hinzufügen, weiß Jörg Magenau, dafür mimte Jünger den Eltern gegenüber zu sehr den Selbstsicheren, der alles im Griff hätte. Bestenfalls zeigen sie ihn noch etwas kindischer als die später überarbeiteten Texte, so der Rezensent. Am spannendsten ist die Korrespondenz mit dem jüngeren Bruder, Friedrich Georg, der ebenfalls Soldat war, dem also weniger Rücksicht entgegengebracht werden musste, findet Magenau. Allerdings ist gerade dieser Briefwechsel auch eine unnötige Schwachstelle von Schwilks Arbeit, verrät der Rezensent. Denn beide Brüder hatten zu unterschiedlichen Zeiten Abschriften der inzwischen verschollenen Originale zwecks Veröffentlichung angefertigt, die zum Teil voneinander abweichen - ein Umstand, dem Schwilk leider nicht Rechnung trägt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2014

Michael Krüger hat die Feldpostbriefe, die Ernst Jünger an seine Familie zwischen 1915 und 1918 geschrieben hat, eher zurückhaltend aufgenommen. Die bisher nur bruchstückhaft bekannte Korrespondenz des Schriftstellers scheint ihm einerseits eine längst nicht erschöpfte "Fundgrube zur Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts". Andererseits kann er mit Jüngers Attitüde nicht viel anfangen: dieser zeigt sich für Krüger in den Feldpostbriefen als "ehrgeizig, mutig, kalt und immer in der ersten Reihe". So etwas wie Nachdenklichkeit bezüglich der Sinnlosigkeit des Krieges findet sich zum Bedauern des Rezensenten in diesen Briefen eines "verbohrten Kriegers" nicht.

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