Die Schuldenlast und die Abwertungen ganzer Volkswirtschaften, die die Märkte vornehmen, bringen es an den Tag: Der Staat hat sich übernommen, sein in den meisten westlichen Ländern auf annähernd 50 Prozent aufgeblähter Anteil am gesamten wirtschaftlichen Geschehen führt unweigerlich in die Krise. Da die Regierungen jetzt sparen müssen, haben sie kaum mehr Gestaltungsspielraum, sodass die Parteien einander zunehmend ähneln. Die Demokratie wird dadurch leer: eine hochexplosive Mischung von Finanzkrise und politischer Ohnmacht. Rainer Hank zeichnet die historische Entwicklung nach, die vom Rechtsstaat zum Fürsorge- und schließlich zum paternalistischen Staat führte, der die Initiative des Bürgers, aber auch sein soziales Gewissen erstickt und ihn in immer mehr Lebensfragen von der Helmpfl icht bis zum Rauchverbot reglementiert. Der Bürger reagiert auf diese zunehmende Entmündigung mit einer sich oftmals irrational entladenden Wut.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2012
In hohen Tönen preist Dagmar Deckstein das Plädoyer Rainer Hanks für mehr Eigenverantwortung und gegen den paternalistischen Wohlfahrtsstaat. Kann schon sein, räumt Deckstein ein, dass Hank mit seinen Thesen gerade nicht den Geist der Zeit trifft, umso wichtiger findet sie das Buch. Nach Decksteins Informationen befürwortet Hank eine Rückkehr zur D-Mark und zum kleinstaatlich organisierten Europa, da er vor allem die Einführung des Euros die Grundlage für die Verschuldungsorgie verantwortlich macht. Klug und kenntnisreich findet Deckstein dies argumentiert, denn sie weiß: Am Ende zahlt der Bürger auch für alles, was der Staat scheinbar kostenlos zur Verfügung stellt.
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