Mit einem Nachwort von Yevgeniy Breyger. 1903 wendet sich ein junger Dichter ratsuchend an den nur unwesentlich älteren Rainer Maria Rilke. Die zehn Briefe, mit denen Rilke im Verlauf der nächsten Jahre antwortet, haben Generationen von Menschen geprägt, darunter auch Stars wie Dustin Hoffman oder Lady Gaga. Auch die Briefe an eine junge Frau antworten auf einen Ruf nach Hilfe: Lisa Heise hofft darauf, eines Tages vom Schreiben leben zu können. In neun Briefen an sie spendet Rilke Trost und verhandelt die Grundfragen des Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.12.2025
Nicht gerade ein Highlight unter den zahllosen Veröffentlichungen mit Rilke-Bezug legt der Diogenes-Verlag hier laut Rezensent Maximilian Mengeringhaus hier vor. Die Briefe Rilkes an Franz Xaver Kappus gehören seit jeher zu den meistrezipierten Texten des Literaten, so Mengeringhaus, wobei die Ratschläge, die Rilke dem jüngeren, Hilfe auch in Bezug auf seine eigenen literarischen Ambitionen suchenden Kappus gibt, offensichtlich weniger echte Lebenshilfe als Selbstbeweihräucherung eines Dichtergenies sind. Mit den wahren Großtaten Rilkes können die Briefe, die dem Kritiker anschlussfähig an gängige self-help-Diskurse erscheinen, jedenfalls nicht mithalten, meint er. Außerdem ist es schade, dass die vorliegende Veröffentlichung weder die Briefe an Kappus noch die ebenfalls enthaltenen, nicht ganz so bekannten "Briefe an eine junge Frau" angemessen editorisch kontextualisiert. Ein nettes Geschenk mag das Buch dennoch abgeben, konzediert Mengeringhaus, seine Sache ist diese Edition aber nicht.
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