Rainer Maria Rilke

Briefe an einen jungen Dichter

Mit den Briefen von Franz Xaver Kappus
Cover: Briefe an einen jungen Dichter
Wallstein Verlag, Göttingen 2019
ISBN 9783835334250
Gebunden, 112 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Erich Unglaub. Rilkes berühmte "Briefe an einen jungen Dichter" zum ersten Mal ergänzt um die Briefe von Franz Xaver Kappus. Mit zehn kurzen Briefen hat Rainer Maria Rilke in den Jahren 1903 -1908 ungewöhnlich couragierte Ratschläge und Leitlinien für Kunstschaffende gegeben. Er selbst hat sie nicht veröffentlicht, doch Franz Kappus, der Adressat, hat sie 1929 nach dem Tod des Dichters herausgegeben und damit den Grundstein für ein Erfolgsbuch in vielen Ländern, Sprachen und Kulturen gelegt. Die "Briefe an einen jungen Dichter" sind das unentbehrliche gedruckte Brevier für Künstler und Kreative am entscheidenden Punkt ihrer Karriere geworden und bis heute geblieben, während sich Rilkes Brief-Manuskripte seit 1953 im Dunkel verloren haben. Nun sind die Briefe von Franz Kappus - bis auf das erste Schreiben - erstmals zugänglich geworden. Mit ihnen ist auch erkennbar, auf welche Fragen Rilke geantwortet hat, Fragen, die auch seine Briefe in neuem Licht erscheinen lassen. Sie haben ihre Aktualität nicht verloren und an Aussagekraft gewonnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2019

Mussten diese "Briefe" in einer Neuauflage erscheinen? Sie konnten es mit germanistischem Gewinn, da Erich Unglaub sie zusammen mit den Briefen des jungen Mannes, der sich damals Rilke anvertraut hatte, neu ediert und kommentiert hat. Das scheint den Rezensenten Steffen Martus hier zunächst weniger zu interessieren als die pop-ikonische Karriere der "Briefe", die nicht erst mit Whoopie Goldberg in "Sister Act II" begann und mit Lady Gagas Armtätowierung wohl noch nicht aufhörte -, selbst Dennis Hopper und Dustin Hoffmann erhoben sie zu ihrem kreativen Credo. Offenbar sind die - eher vagen und, wie Arthur Schnitzler offenbar fand, geschwätzigen - Ratschläge des Dichters "mit entschiedenem Hang zum Unsagbaren", wie Martus schreibt, mittlerweile wundersam eingegangen in die 10-Milliarden-Dollar-Industrie der amerikanischen Ratgeber-Literatur. Laut Rezensent erfährt man in dieser Edition jedoch tatsächlich Neues zum damaligen Briefwechsel und zum "jungen Dichter" Franz Xaver Kappus, dessen bange Fragen an Rilke, ob er ein Dichter sei, samt einiger Gedichtproben hier mitgegeben sind. Das Geständnis von Kappus', als Dreizehnjähriger eine homoerotische Liebe erlebt zu haben, ließ Rilke dann bald verstummen, lesen wir. Literarisch hervorgetreten sei Kappus, so merkt Steffen Martus an, dann nur durch die Schnulze "Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen", am Ende gesungen von Heintje.
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