Auf ihrem Weg zur funktionierenden Zivilgesellschaft müssen postkommunistische Staaten viele Hindernisse überwinden. Reformprozesse - insbesondere im Hochschulwesen - brauchen Zeit und Unterstützung. Mit dem Hannah-Arendt-Preis - zwischen 1995 und 1999 fünf Mal von der Hamburger Körber-Stiftung und dem Wiener Institut von der Wissenschaft für den Menschen (IWM) vergeben - wurden innovative Lösungsansätze ausgezeichnet, die notwendige Transformationsprozesse in Tschechien, Rumänien, Ungarn, Polen angestoßen haben. Lord Dahrendorf stellt in dem vorliegenden Band nicht nur Idee und Entwicklung dieses ungewöhnlichen Preises vor, sondern reflektiert als ausgewiesener Kenner der Szene, wie der Westen Reformprojekte fördern kann. Am Beispiel des Hannah-Arendt-Preises gewährt er wichtige Einblicke in den gesellschaftlichen Wandel süd-osteuropäischer Staaten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2000
Viel mehr als eine übliche Stiftungschronik mit den üblichen Bildern von Sektempfängen will Dieter Simon in dem Büchlein des berühmten Politologen nicht erblicken. Immerhin scheinen sich aber aus Dahrendorfs Darlegungen einige Informationen über die Universitäten in Osteuropa zu ergeben, die ja im Blickpunkt des Hannah-Arendt-Preises der Hamburger Körber-Stiftung stehen. Simon skizziert anhand seiner Lektüre, wie schwierig es ist, in Osteuropa jene vorbildlichen, reformfreudigen Lehr- und Forschungseinrichtungen zu finden, denen der Preis ja gilt. "War er rühmlich der Preis und wieso?", fragt Simon dann und zeigt, dass wohl auch Dahrendorf bewusst ist, wieviel Geduld hier gebraucht wird und wie wenig selbst ein mit 150.000 Dollar dotierter Preis vermag.
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