Insel Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783458645764 Gebunden, 431 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Aus dem amerikanischen Englisch von Michael Bischoff. Elizabeth Cary bringt sich schon als Jugendliche mehrere Sprachen selbst bei und sorgt als Zehnjährige bei einem Hexenprozess für den Freispruch der Angeklagten; ihr Drama The Tragedy of Mariam ist das erste von einer Frau verfasste Drama, das in England aufgeführt wird. Aemilia Lanyer schreibt eine flammende Darstellung der Passion Jesu aus feministischer Perspektive, ihre Gedichte werden jedoch nicht unter ihrem Namen, sondern posthum als The Poems of Shakespeare's Dark Lady veröffentlicht. Mary Sidney, zunächst Hoffräulein von Königin Elisabeth, wird mit 15 an den 23 Jahren älteren Earl of Pembroke verheiratet und damit Herrin über einen der größten Landsitze Englands. Nach dem Tod ihres geliebten Bruders, eines anerkannten Autors, findet sie in ihrem Engagement für dessen Werke zu ihrer eigenen Stimme als Dichterin. Sie veröffentlicht ihre einflussreichen Übersetzungen, ein Drama und wunderschöne Gedichte als erste Engländerin unter ihrem eigenen Namen. Anne Clifford, die erste englischsprachige Diaristin und Autobiografin, prozessiert jahrzehntelang gegen ihren Vater, der seine Ländereien und Besitzungen nicht an sie, das einzige Kind, sondern an seinen Bruder vermacht hat - und gewinnt.
Wer sich mit der Literatur der englischen Renaissance beschäftigt, beschäftigt sich mit Männern, konstatiert Rezensentin Sigrid Brinkmann, die Literaturwissenschaftlerin Ramie Targoff will das ändern und hat, als "passionierte Spurensucherin" vier Frauen aus der Epoche ausfindig gemacht, die es unbedingt mit Shakespeare und Co. aufnehmen können. Anne Clifford hat bedeutende Tagebücher geschrieben, das englische Patriarchat mit einer dekadenlangen Erbklage erschüttert, die sie letztlich reich gemacht hat, und ihre Familie(ngeschichte) in einer einflussreichen Chronik verewigt, lesen wir. Mary Sidney war Hoffräulein, schrieb mit ihrem Bruder gemeinsam eine berühmte Romanze, "The Countess of Pembroke's Arcadia', die unter seinem Namen erschien, wie Brinkmann erzählt, auch die Bibel hat sie "schwindelerregend poetisch" übersetzt. Aemilia Lanyer hat es 1611 geschafft, ihre eigenen Gedichte zu veröffentlichen, in denen sie die Befreiung der Frauen von der Herrschaft der Männer fordert, lange war sie (fälschlicherweise) als Geliebte Shakespeares im Gespräch, schildert die Kritikerin. Die vierte im Bunde, Elizabeth Cary, war die erste Frau in England, deren Theaterstück unter ihrem Namen gedruckt wurde, erfahren wir. Brinkmann liest bei Targoff eine beeindruckende Studie dessen, was (immerhin privilegierte) Frauen im Schreiben erreichen konnten und schafft es, das ganze ansprechend, lebendig und anregend zu schreiben.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…