Es gibt Dinge im Leben, auf die kann man sich nicht vorbereiten. Vater werden ist so etwas. Was braucht es, um eine guter Vater sein zu können? Wo lernt man das, Vatersein?
Diese Fragen stellt sich auch der natürlich restlos fiktionale Erzähler in "Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes". Um Antworten zu finden, macht er sich eines Nachts, Hals über Kopf und ohne seinen Liebsten Bescheid zu geben, auf den Weg in einen riesigen, mythischen Wald. In diesem soll der sagenumwobene "Reuber" leben. Ihn, den keiner kennt und den seit Jahren niemand mehr gesehen hat, will er ausfindig machen und von ihm lernen. Bei ihm will er die vielleicht wichtigste Ausbildung absolvieren - nicht im Leuteausrauben natürlich, sondern darin, wie man ein Vater wird, der sein Kind in jeder Lebenslage zu beschützen weiß.
Tatsächlich findet er den Reuber auch, oder besser gesagt: der Reuber findet ihn.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2019
Eva-Maria Magel kann dem derben Reuber in Finn-Ole Heinrichs von Rán Flygenring illustrierter Geschichte viel abgewinnen, so haarig, stinkig, knurrig er auch daherkommt. Wie der Autor Wut, Angst und Mut sich in der Reuber-Figur manifestieren lässt und so die Frage nach den Ungeheuern in uns stellt, findet sie stark. Als Bildungsroman scheint ihr das Buch sprachlich raffiniert, literarisch, als Kommentar zu aktuellen Fragen, was Männlichkeit heißt, komisch genug und allemal bedenkenswert. Die aufwendige Gestaltung des Bandes findet Magel kongenial gelungen.
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