Wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach Komponistinnen klassischer Musik fragen, werden Sie feststellen, dass die meisten bei diesem Thema schnell ins Stocken geraten. Mit ihrer leidenschaftlichen Femmage möchte Star-Cellistin Raphaela Gromes dies ändern und begibt sich gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin Susanne Wosnitzka auf eine Entdeckungsreise zu den lange vergessenen und bis zum heutigen Tag unterschätzten Heldinnen der Musikgeschichte. Wer also waren Amy Beach, Florence Price und Henriëtte Bosmans? Wie lebten die in Vergessenheit geratenen Frauen, die unermüdlich für ihre Kreativität und ihre Freiheit kämpfen mussten? Komponierten sie anders als ihre männlichen Kollegen? Was können wir heute von ihnen lernen? Das sind nur einige der Fragen, denen sich Raphaela Gromes widmet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.01.2026
Raphaela Gromes ist für den Rezensenten Egbert Tholl eine wirklich große Cellistin, nun hat sie sich zum Ziel gesetzt, fast vergessenen Komponistinnen wieder zu Bekanntheit zu verhelfen, zum einen mit einer CD mit ihren Einspielungen, zum anderen mit einem Buch, das sie gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin Susanne Wosnitzka verfasst hat. Die beiden haben ein "fabelhaft lebendiges Tableau" der vergangenen zwei Jahrhunderte vorgelegt, mehr als fünfzig Frauenleben werden vorgestellt, aber auch Gromes' eigener Weg in die Musik, so Tholl. Diese Leben sind bemerkenswert: Sara Benedict durfte zwar für ein Stipendium aus den Niederlanden an die Musikschule in Köln reisen, aber nicht als Konzertpianistin auftreten, Tochter Henriette Bosman hatte es schon ein wenig leichter, zumindest bis die Nazis kommen und sie gemeinsam mit ihrer Partnerin, der Dirigentin Frieda Belinfante, in die Schweiz flieht, ist zu lesen. Freudiger ist da schon das Leben Marie Jaells, die wohl als erste Frau ein Cellokonzert komponiert hat, das der Kritiker gleich in Gromes' Interpretation auf ihrer CD hören kann. Für ihn ergänzen sich Buch und CD perfekt.
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