Reform der sozialen Sicherung

Cover: Reform der sozialen Sicherung
Springer Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783540207030
Gebunden, 169 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Von Friedrich Breyer, Wolfgang Franz, Stefan Homburg und anderen. Die Studie stellt einen ganzheitlichen, langfristig orientierten Entwurf zum Umbau der sozialen Sicherungssysteme vor. Sie ist Teil der Gemeinschaftsinitiative Soziale Marktwirtschaft, die von Bertelsmann Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung und Ludwig-Erhard-Stiftung getragen wird. Aus vertragstheoretischer Sicht werden ordnungspolitische Leitlinien begründet, denen ein System der sozialen Sicherung folgen sollte. Für jeden Teil des sozialen Sicherungssystems untersucht die Studie, welche institutionellen Arrangements mit diesen Leitlinien am meisten in Einklang stehen und quantifiziert die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2004

Keine Schwierigkeiten mit Zumutungen haben die fünf Volkswirte, die in ihrem Buch "Reform der sozialen Sicherung" ein detailliertes, bis ins Jahr 2050 durchgerechnetes Reformmodell für die Sozialversicherungen präsentieren, befindet Rezensent Reginald Grünenberg. Im Ergebnis sieht das Grünenberg zufolge so aus: Abschaffung von Arbeitslosenversicherung und Arbeitslosenhilfe; gesetzliche Anhebung der Bruttolöhne um 3,25 Prozent zur Bildung von Rücklagen; Renten- und Krankenversicherung werden von allen Bürgern bezahlt, letztere wird vom Einkommen entkoppelt; Anhebung des Kindergelds auf 295 Euro, dafür entfallen die Anrechnungszeiten für Kindererziehung in der Rente und die Gratis-Mitversicherung in der Krankenkasse; die Sozialhilfe für erwerbsfähige Hilfeempfänger wird halbiert, wobei eigenes Arbeitseinkommen zunächst anrechnungsfrei bleibt. Zwar mögen diese Reformvorschläge "von erfrischender Radikalität" sein, wie Grünenberg festhält. Überzeugend findet er das Buch dennoch eher weniger. Die gerechtigkeitstheoretische Legitimation fungiere hier als ein Schleier des Nichtwissens, resümiert der Rezensent, "sie verbirgt eine liberale Position hinter einer philosophisch höchst kritikwürdigen Konstruktion."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004

Detmar Doering ist voll des Mitleids mit den "Ökonomen mit Sachverstand", die versuchen, die Politik zu beraten und doch stets erneut gegen eine Wand rennen. Dennoch ist er dankbar, dass es mit diesem Band wieder fünf von ihnen versuchen, und dies auf eine lesenswerte und praxisnahe Art und Weise. Zahlreiche Vorschläge unterbreiteten die fünf Autoren und scheuten sich dabei auch nicht vor ungewöhnlichen Ansätzen. Zudem untermauerten sie ihre Vorschläge jeweils mit Modellrechnungen, so dass klar wird: Alles ist machbar, man muss es nur wollen. So bleibt dem Rezensenten nur, auf eine Umsetzung durch die Politik zu hoffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2004

Ein Reformkonzept, das unabhängig von politischen Kompromissen argumentiert, haben die fünf Ökonomen Friedrich Breyer, Wolfgang Franz, Stefan Homburg, Reinhold Schnabel und Eberhard Wille von der Gemeinschaftsinitiative soziale Marktwirtschaft vorgelegt, lobt Heike Göbel. Die Autoren gingen im Anschluss an den vertragstheoretischen Ansatz John Rawls von der Frage aus, welche soziale Verfassung sich die Bürger geben würden, wenn sie nicht wüssten, welchen Status sie in der Gesellschaft einnehmen werden, so die Rezensentin. Die Antwort der Ökonomen laute: "größtmögliche Souveränität und Eigenverantwortung" in Verbindung mit einer staatlichen Absicherung an jenen Punkten, "wo kein privater (Versicherungs-) Schutz zu erwarten ist". Ausgehend von diesem angenommenen Grundkonsens diskutieren die Autoren die derzeitigen Reformmodelle und entwerfen durchaus schlüssige Varianten zur Bürger- und Rentenversicherung, versichert Göbel, die trotz einiger Zweifel der Politik eine Beschäftigung mit diesem Reformkonzept nachdrücklich anrät.
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