"Wie ich mich kenne, wird vieles von dem, was ich in Uganda gesehen habe, immer wieder in meinen Gedanken nach oben gespült werden. Ich denke seitdem fast täglich daran." Wolfgang Niedecken steht mit seinen Eindrücken aus Uganda nicht alleine da: Rund 25 weitere sehr persönliche Texte und Erfahrungsberichte von Lutz van Dijk, Marie-Therese Schins, Karlheinz Dürr u.v.a. geben Einblick in die Notlage vieler Kinder z.B. in USA, Guatemala, Brasilien, Südafrika, Rumänien, Tschechien, Deutschland und anderen Ländern. Es beginnt mit dem ursprünglichsten aller Menschenrechte, dem Recht auf Leben, aber auch andere Rechte wie das auf körperliche und seelische Entwicklung, oder auf Bildung, Ernährung und Gesund-heit, werden viel zu oft eklatant missachtet. Das Buch zeigt jedoch nicht nur Missstände auf. Anhand der Aktionen und Initiativen, die hier beispielhaft vorgestellt werden, wird klar: Engagement lohnt sich! Mit Kontaktadressen und vollständigem Abdruck der UN-Kinderrechtskonvention.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2006
Emotional überrumpelt fühlt sich Jeanne Rubner vom Sammelband "Kinder ohne Kindheit" und bleibt dem Buch dennoch wohlgesonnen: Weil es auf die Situation von weltweit einer Milliarde Kinder hinweist, die in menschenunwürdiger Armut leben, auf Kinder, die als Soldaten kämpfen oder als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Die Autoren des Buches, darunter Wolfgang Niedecken, machen auf diese unerträgliche Situation aufmerksam - mit Einzelporträts die "unter die Haut gehen", manchmal aber auch "vor Betroffenheit triefen" würden. Aber das ist gut so, meint die Rezensentin, die für den Abrieb von erschreckenden Bildern teppichknüpfender oder hungender Kinder ein "Mischung aus Ferne und Verdrängung" verantwortlich macht. Das Buch dokumentiert mit dem Abdruck verbriefter Kinderrechte den Abgrund zwischen Verfassungsanspruch und Wirklichkeit. Auch in Deutschland werde täglich gegen diese Rechte verstoßen: Gegenüber dem Schicksal des 13-jährigen Dienstmädchens in Südafrika allerdings, so Rubner, mutet eine Ohrfeige in deutschen Kinderzimmer dann doch wie ein Luxusproblem an.
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